Die Bitches sind zurück und diesmal dreht sich alles um

“power & privilege”

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FRIST: 27. Jänner 2020

“(I)nequalities derived from race, ethnicity, class, gender, and their intersections place specific groups of the population in a privileged position with respect to other groups and offer individuals unearned benefits based solely on group membership; historical and systemic patterns of disinvestment in nonprivileged groups are major contributors to the low social and economic position of those groups; representation of groups and individuals in media, art, music, and other cultural forms create and sustain ideologies of group and individual inferiority/superiority (...).”

o Bonnie Thornton Dill and Ruth Enid Zambrana


Als intersektionales Kunstfestival zentriert die Wienwoche mit dem Thema „power & privilege“ 2020 das Konzept von Privilegien und die damit einhergehenden Machtverhältnisse.

Wir befinden uns an einem Punkt, an dem es unabkömmlich ist, sich mit Macht- und Unterdrückungsmechanismen auseinanderzusetzen und zu verstehen, wie Privilegien, wenn sie also solche nicht erkannt werden, zur Aufrechterhaltung eines von Gewalt und Unrecht geprägten Systems beitragen. Der Fokus auf Macht und Privilegien erlaubt es uns, lokale und globalen Diskurse und Veränderungen differenziert zu reflektieren und zu verhandeln.
 

.... und somit stellen sich folgende Fragen:

Was ist Macht? Was sind Privilegien? Wie strukturieren sie die Welt und werden dennoch von ihren Besitzer*innen geleugnet? Wer hat sie, wer hat sie nicht? Kann man sie besitzen? Wie manifestieren sich Privilegien, wie werden sie reproduziert? (Wie) Werden sie toxisch, oder ist ihnen das inhärent? Welche Rolle spielen Macht und Privilegien im Zusammenhang mit Scham- und Schuldgefühlen? Welche Auswirkungen haben Macht und Privilegien auf Zugänglichkeit und Teilhabe? Wie steht es um das Privileg von Definitions- und Deutungsmacht? Wie wirken sich Definitions- und Deutungsmacht auf Archive, Geschichtsschreibung und kollektives Erinnern aus? Welche Machtverhältnisse strukturieren die Gesellschaft und welche Mechanismen können wir uns aneignen, um diese Strukturen zu verändern? Was bedeutet das Privileg, sich nicht mit Diskriminierungsmechanismen und Gewalt auseinandersetzen zu müssen?

Ihr sucht etwa die Auseinandersetzung mit Verteilungsfragen, Armutsbekämpfung, Arbeitsverhältnissen, Familienkonstruktionen, Elternschaft, Lebensentwürfen, Stigma, queer*feministischen Kämpfen, Wohn- und Stadtpolitik oder Diskriminierungsmechanismen in Politik und Gesellschaft? Lasst uns in der Privilegienlotterie spielen und einen Umschulungsprozess veranlassen. Lasst uns Räume für Geständnisse öffnen und einen Wettbewerb der kollektiven Beichte ausschreiben. Sorgen wir gemeinsam für eine Entgiftung von toxischen Strukturen entgiften.

Bringt uns Tanz, Installationen, Skulpturen, Theater, Interventionen, Bilder, Texte, Sounds, Performances, Medienkunst, Forschung, Ausstellungen oder etwas Anderes und lasst uns gemeinsam Räume besetzen und die großen Bühnen übernehmen. Eure Einreichung soll sich künstlerisch mit der Reflexion von Macht & Privilegien, dem patriarchalen System, deren Schnittstellen und deren Einfluss auf institutionelle Strukturen befassen.

Wir laden alle ein und freuen uns über Arbeiten von Menschen jeden Alters und in jeglichen Lebensumständen. Wir freuen uns auf Arbeiten, die von gelebten Verhältnissen, von Privilegien und Klasse erzählen, sowie Arbeiten, die sich mit der Kritik an dem vorherrschenden ‚Weiß sein’ in allen pädagogischen Institutionen befassen. Arbeiten, die allem voran Race & Gender als soziale Normen und Strukturen hinterfragen, dekonstruieren und konfrontieren.
 

Ergreif dein Privileg und nutze die Macht, die damit einhergeht, um Vorurteilen entgegenzuhalten, soziale Ungleichheit, Unterdrückung, Rassismus, Patriarchat, Kapitalismus, Faschismus, Sexismus, Homo-, Trans- und Biphobie, Ableism und jede Form von Diskriminierung aufzuzeigen und gegen sie aufzustehen.
 

Privilegien sind keine Torte. wir garantieren Dir, sie werden nicht weniger wenn du sie teilst.
 

#privilegeisnotapie
 


Ausschreibungsbedingungen Open Call 2020

- WW 2020 sucht nach Kollektiven, Initiativen und Einzelakteur*innen.

- WW 2020 fördert Konzepte unterschiedlichster Formate und Sparten.

- Wir suchen nach Projekten, die Kooperationen mit Kunst- und Kulturinstitutionen, zivilgesellschaftlichen Initiativen, NGOs oder aktivistischen Gruppen andenken.

- Wir suchen nach Projekten, die interdisziplinär und mehrsprachig arbeiten.

- Wir suchen nach Akteur*innen, die intersektional arbeiten.

- Wir suchen nach Kollektiven, die gemeinsam mit dem WW-Team nachhaltige Kunst und Kulturprojekte entwicklen wollen.

- Wir wünschen uns Einreichungen, die sowohl den politischen Raum, als auch Arbeitsbedingungen in der Kunst- und Kulturproduktion mitdenken.

- Wir wünschen uns Akteur*innen, die Lust haben im Austausch mit dem WW-Team konzeptionelle Ideen weiterzuentwickeln und zu realisieren.

- WW 2020 sucht nach Projekten mit radikalen Ideen, inhaltlichen Reibungsflächen und Synergien im Wirkungsraum.

- Bereits bestehende Workshops oder Lecture-Formate, die in den Themenbereich der Ausschreibung 2020 fallen, können ebensfalls eingereicht werden.

- Einreichen per Video: Projektideen können auch als Videoclip eingereicht werden: Der Videoclip darf max. 2-3 min. lang sein und muss alle relevanten inhaltlichen und konzeptionellen Punkte beinhalten.


Welche Mittel stehen den Projekten zur Verfügung?

Wir fördern Projekte, deren Budgets sich zwischen 1.500€ und 15.000€ bewegen.
Förderungen von anderen Stellen sind kein Ausschlussgrund.


Wer wählt die Projekte aus, und wie?

Ein unabhängiger Beirat trifft in einer öffentlichen Sitzung im Februar 2020 mit Unterstützung des Vorstands und der künstlerischen Leitung von WIENWOCHE eine Vorauswahl. Danach lädt die künstlerische Leitung die ausgewählten Bewerber*innen zu Gesprächen ein. Nach diesem Schritt trifft die künstlerische Leitung von WIENWOCHE die finale Auswahl. Alle programmatischen Entscheidungen erfolgen unter Ausschluss des Rechtsweges.

In den Auswahlprozess eingebunden sind:

- das Leitungsteam von WIENWOCHE
- der Vorstand des Vereins zur Förderung der Stadtbenutzung
- ein unabhängiger Beirat (die Mitglieder werden bekannt gegeben)


HIER GEHT'S ZUR EINREICHUNG - Deadline: 27. Jänner 2020

 

Bei spezifischen Fragen zum open call schreibe bitte an: ausschreibung@wienwoche.org