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  • Harmonija, na ja ... – WIENWOCHE auf der Suche nach produktiven Störungen

    Schwerpunkt und Ausschreibung für 2015 stehen fest, die Einreichfrist endet am 25. Jänner.

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    Willkommen in der Wohlfühlzone! Der entspannende Duft der Demokratie, die kuschelige Weichheit des Friedens, der himmlische Klang der Gleichheit, das herzerwärmende Knistern der Toleranz und auch – was heißt auch?! – vor allem der süße Geschmack des Wohlstands.

    Die Wohlfühlzone schrumpft jedoch rasant. Von heute auf morgen kann sich mensch wieder draußen vor der Tür finden. Da steht aber quasi schon die ganze Welt – also all jene, die weniger zum Wohlfühlen haben – und klopft immer lauter an. Das Versprechen der Wohlfühlzone kann nicht mehr Schritt halten mit der Wirklichkeit, sie wird von jedem Widerspruch an die Grenzen des Verträglichen gebracht. Da heißt es: bloß keine aufwühlende Erinnerung, auffallende Handlung oder aufrüttelndes Begehren.

    An diesem Punkt setzt "Harmonija, na ja ..." an. Störungen müssen her, und zwar nicht einfach um des Störens willen. Wer das Heute hinterfragt, den Alltag und die Wünsche, das Jetzt und die Utopie, muss die unheimlich gewordene Harmonie unterbrechen und neu verhandeln. Nicht einverstanden sein, anecken, dazwischenfunken, Sand ins Getriebe streuen, entgegentreten, durchkreuzen, behindern. Und gleichzeitig: entdecken, fantasieren, erfinden, vorausdenken, planen, organisieren, eingreifen. Letztlich Wege finden, um Demokratie, Frieden, Gleichheit und Wohlstand miteinander zu teilen, also: stören, um zu verändern!

    WIENWOCHE 2015 ruft zur Neuverteilung der Harmonie auf und sucht nach Projekten, die Gerechtigkeit für alle anstatt das Recht auf Glück für wenige beschwören. Die Lust machen, der Gemütlichkeit zur Last zu fallen, mit dem stillschweigenden Konsens der wenigen in der Wohlfühlzone auf Kosten von vielen außerhalb zu brechen, Normen und Normalitäten auseinanderzunehmen, die Grenzen des "guten Geschmacks" und überhaupt Grenzen zu überschreiten.

    Projekte, die Mehr- statt Eindeutigkeit sichern, Mut statt Angst machen, Vision statt Stolz anpreisen und Veränderung statt Abwehr vorantreiben. Projekte, die gründlich, präzise und zielgenau ärgern, hinterfragen, inspirieren und verändern: Handlungsanweisungen aus den Erinnerungen an die Vergangenheit genauso wie aus den Archiven der Zukunft, Denkanstöße und Denkmäler für Widersprüche und Widerreden.

    In diesem Sinne: Lassen Sie sich nicht stören, stören Sie lieber mit!