quartalsberichte
Johanna Schaffer forscht, lehrt und übersetzt im Feld visueller Kulturen und materieller Ästhetiken mit einem herrschaftskritischen queer-feministischen und antirassistischen Interesse, meist gemeinsam mit Gestalter*innen und Künstler*innen. An der Kunsthochschule Kassel baut sie als Hochschullehrerin den Arbeitsbereich ‚Theorie und Praxis der visuellen Kommunikation’ auf.
Gundula Ludwig ist Politikwissenschaftlerin und lebt in Wien. Sie lehrt und forscht zu politischer Theorie, v.a. zu Staats-,
Macht- und Demokratietheorien aus queer-feministischer Perspektive. In den letzten Jahren war sie als Assistentin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien, als wissenschaftliche Geschäftsführerin des Zentrums für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Universität Marburg und als Vistiting Professor am Department of Gender, Women's and Sexuality Studies der University of Minnesota tätig; gegenwärtig ist sie Lehrbeauftragte der Universität Wien.
Jüngste Veröffentlichungen: "Geschlecht regieren. Zum Verhältnis von Staat, Subjekt und heteronormativer Hegemonie", Campus 2011; "Que(e)r zum Staat. Heteronormativitätskritische Perspektiven auf Staat, Macht und Gesellschaft". Hg. gemeinsam mit Helga Haberler, Katharina Hajek und Sara Paloni, Querverlag 2012.
Gabu Heindl ist Architektin und Stadtforscherin in Wien. Mit ihrem Büro GABU Heindl Architektur baut sie öffentliche Kultur- und Bildungseinrichtungen (u.a. Außen im Gefängnis, Kunst am Bau, Krems, Kindergarten Rohrendorf, Umbau Österreichisches Filmmuseum Wien, Bundesgymnasium Wr. Neustadt), plant an Gestaltungsleitlinien für den Donaukanal Wien, und konzipiert Projekte zu Fragen von gerechter Stadt, Verdichtung des städtischen Umfelds oder Umbau im Bestand, z.B. für Venedig Biennale 2009 (Filmraum im Raum für Dorit Margreiter), Europäische Kulturhauptstadt Linz 09 (Der Bau, mit Hito Steyerl), 2009 Hong Kong & Shenzhen Bi-city Biennale of Urbanism\Architecture (Mock-Ups in Close-Up, Architectural Models in Cinema 1927-2012, mit Drehli Robnik)
Ausstellungsteilnahmen u.a. im DAM Frankfurt , Hygiene Museum Dresden, 4am Brno (Just City), etc. Anerkennungen und Preise, u.a. „40 under 40 - Young European Architects“ 2010, Niederösterreichischer Anerkennungspreis für Architektur 2010, „Yo.V.A.3, Young Viennese Architects, 2010.
Vortragstätigkeit und Lehre an diversen Universitäten: Berlage Institut Rotterdam, TU Delft, TU Graz, Akademie der Bildenden Künste in Wien u.a.
Studium der Architektur an der Architektur der Bildenden Künste Wien, Geidai University Tokyo und (als Post-Graduate Fulbright Scholar) an der Princeton University.
Internationale Publikationstätigkeit in Zeitschriften und Fach-Journalen, z.B. in JAE – Journal for Architectural Education, Volume, GAM, Umbau, derive.
Gastherausgeberin von „Just Architecture“, ERA 21 (1.2012), Co-Herausgeberin von “Position Alltag. Architecture in the Context of Everyday Life”, HDA-Verlag, 2009 und Herausgeberin von “Arbeit Zeit Raum. Bilder und Bauten der Arbeit im Postfordismus”, turia+kant, 2008.
Als Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Architektur war sie 2011/2012 für die interdisziplinäre Vortrags- und Diskussionsreihe “Solidarität. Wie entstehen demokratische Räume” verantwortlich.
geboren 1978. Studentin, Arbeiterin, Politikerin in feministischen, bildungs- und migrationspolitischen Zusammenhängen und an der Akademie der bildenden Künste Wien.
Die Beiratsmitglieder (Unabhängige Expert_innen, Leitungsteam, Vorstandsmitglieder) geben der Moderatorin der Sitzung, Martina Pfingstl, jeweils max. 30 Einreichungen bekannt, die sie als Teilnehmer_innen von WIENWOCHE empfehlen und über die sie diskutieren wollen. Über die Einreichungen, bei denen es bei keinem der Mitglieder Diskussionsbedarf gibt, wird in der Sitzung nicht gesprochen. Das Ziel der Beiratssitzung ist, gemeinsam eine Vorauswahl über 20-30 Einreichungen zu treffen. Mit diesen vorausgewählten Einreicher_innen wird das Leitungsteam bei Bedarf weiterführende Gespräche führen und die endgültige Auswahl im Anschluss daran treffen.
Das Leitungsteam wird nach der Sitzung (ca. 17:30) für etwaige Fragen zur Verfügung stehen.
demokrazija-ja-ja...
Im "Superwahljahr" 2013 stellt WIENWOCHE das Konzept der Demokratie ins Zentrum. Was heißt Demokratie heute, was erwarten wir uns von ihr? Was steht und was sollte zur Auswahl stehen? Für wen gilt das Versprechen der Demokratie, Mitsprache- und Mitbestimmungsrechte zu erhalten? Wird Demokratie tatsächlich durch das so genannte allgemeine Wahlrecht verwirklicht? Wer gehört zu dieser Allgemeinheit und wer, aus welchen Gründen, nicht?
Vor allem fragen wir: Welche Handlungsmöglichkeiten bestehen für jene, die sich mit den gesellschaftlichen Verhältnissen nicht zufrieden geben wollen? Wie können wir die Entscheidungen über unser gemeinschaftliches Leben, die aus dem Bereich des Politischen immer mehr in jenen des Wirtschaftlichen verschoben werden, zurückerobern? Welche solidarischen und emanzipativen Entwürfe des Zusammenlebens werden entwickelt und wie können diese möglichst Viele in der Gesellschaft erreichen, begeistern und bewegen?
Jede Gesellschaft ruht auf einem stillen, zumeist unhinterfragten Konsens. Dieser bedeutet für Viele gerade nicht die Chance zu haben, ihre Fähigkeiten bestmöglich zu entwickeln, er bewirkt auch Ausschluss, Ausgrenzung und Ausbeutung. Wir fragen danach, wie der derzeitige gesellschaftliche Konsens herausgefordert und verändert werden kann. Welche Modelle, Organisationsformen, Institutionen (wie Schulen, Medien, Museen, Parteien, Interessensvertretungen, ...) oder Selbstverständnisse notwendig sind, deren Basis Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Solidarität und Selbstbestimmung bilden.
Zu diesem Thema sucht WIENWOCHE in einer öffentlichen Ausschreibung inspirierende und irritierende, poetische und politische, kritische und utopische Projekte, die gesellschaftliche und politische Verhältnisse hinterfragen, in diese intervenieren und Veränderungsmöglichkeiten aufgreifen.
Uns interessieren Projekte, die die Öffentlichkeiten, die sie erreichen möchten, und die Ziele, die sie anstreben, von Anfang an vor Augen haben, die in verschiedenen gesellschaftlichen Feldern wirksam werden wollen und dementsprechende Strategien und Aktionsformen entwickeln.
Wir suchen Alle, die sich mit dem diesjährigen Schwerpunkt anhand kultureller, politischer, sozialer, aktivistischer, theoretischer oder künstlerischer Arbeit auseinandersetzen. Wichtig sind uns nicht perfekte Projektbeschreibungen, sondern klare Positionen zu gesellschaftlichen Fragen und darüber hinaus Vorschläge, in welchen Feldern mit welchen Mitteln und Formaten diesbezügliche Ziele erreicht werden sollen.
WIENWOCHE lädt Einzelne, Gruppen oder Initiativen ein, sich mit einer Projektbeschreibung sowie Informationen zur eigenen Arbeit für die Teilnahme zu bewerben. Bewerbungen von Einzelpersonen sind durchaus möglich, allerdings sind Gruppen oder Allianzen, die bereits bestehen oder sich vor oder während WIENWOCHE bilden, ausdrücklich erwünscht.
WIENWOCHE bietet für alle Interessierte drei öffentliche Informationsveranstaltungen an. Dabei wird das Leitungsteam Fragen bezüglich beispielsweise Schwerpunkt, Einreichung oder Rahmenbedingungen beantworten.
Termine/Orte:
- Di., 29. Jänner 2013, 18:00 – 20:00
in den Räumlichkeiten des Ragnarhof, Grundsteingasse 12, 1160 Wien
- Mi., 30. Jänner 2013, 18:00 – 20:00
im Verein DIDF, Gudrunstraße 133, 1100 Wien
- Do., 7. Februar 2013, 18:00 – 20:00
in den Büroräumlichkeiten von WIENWOCHE, Stuwerstraße 25/5, 1020 Wien
Den Projekten steht insgesamt ein Gesamtbudget von ca. 180.000 Euro zur Verfügung, wobei die jeweiligen Projektbudgets in Zusammenarbeit mit der künstlerischen Leitung und Geschäftsführung von WIENWOCHE erstellt, vertraglich geregelt und verwaltet werden.
Ungefähr ein Drittel der Projektbudgets stehen als Honorare den Teilnehmer_innen zur Verfügung, die restlichen zwei Drittel sollen als Produktionsbudgets verwendet werden. Zusätzlich stehen Mittel für beispielsweise projektbezogene Öffentlichkeits- oder Vermittlungsarbeit bereit.
Die Teilnehmer_innen werden ab April vom Leitungsteam von WIENWOCHE sowie Mitarbeiter_innen in unterschiedlichen Bereichen wie Administration, Produktion sowie Öffentlichkeitsarbeit unterstützt.
Einzureichen sind max. 6 Seiten:
- Projektbeschreibung (für eine klare, präzise und leicht zugängliche Darstellung der Projekte bitte Formular verwenden bzw. sich daran orientieren)
- Budgetdarstellung (siehe Formular)
- Kurze Selbstdarstellung der Bewerber_innen und Beschreibung bisheriger Tätigkeiten
Einreichungen ausschließlich per E-Mail bis zum 25. Februar 2013 an: ausschreibung@wienwoche.org
Kriterien
Wer kann einreichen?
Einreichen können Einzelpersonen, unabhängige Kulturinitiativen, Vereine und Kollektive (unabhängig von Beruf, Wohnsitz oder Staatsangehörigkeit).
Auswahl
Der Vorstand und die künstlerische Leitung von WIENWOCHE unternehmen in einer öffentlichen Sitzung mit Unterstützung eines unabhängigen Beirates eine Vorauswahl. Die künstlerische Leitung führt bei Bedarf oder offenen Fragen weitere Gespräche mit den dabei ausgewählten Bewerber_innen und gestaltet darauffolgend die Auswahl. Alle programmatischen Entscheidungen erfolgen unter Ausschluss des Rechtsweges.
Womit soll ich mich bei WIENWOCHE bewerben?
WIENWOCHE sucht 2013 Projekte. Wichtig dabei ist die Ausarbeitung der Fragestellungen nach Öffentlichkeiten, die die Projekte erreichen sollen, und den Zielen, die sie anstreben. Dazu sollen dementsprechende Strategien und Aktionsformen entwickelt werden.
Einzureichen sind max. 6 Seiten:
- Projektbeschreibung (für eine klare, präzise und leicht zugängliche Darstellung der Projekte bitte Formular verwenden bzw. sich daran orientieren)
- Budgetdarstellung (siehe Formular)
- Kurze Selbstdarstellung der Bewerber_innen und Beschreibung bisheriger Tätigkeiten
Gibt es Einschränkungen bei den Formaten? Gibt es Präferenzen für bestimmte Formate bzw. kommen bestimmte Formate nicht in Frage?
Es gibt keine formalen Einschränkungen für Projekte, Vorschläge aus unterschiedlichen Bereichen sind willkommen, sofern sie Bezug auf den diesjährigen Schwerpunkt Bezug nehmen. Wichtig ist allerdings die Realisierbarkeit, sowohl was zeitliche und personelle Ressourcen angeht, als auch der budgetäre Rahmen.
Kann ich mich auch alleine/als Einzelkünstler_in für WIENWOCHE bewerben?
Bewerbungen von Einzelpersonen sind durchaus möglich, allerdings sind Gruppen oder Allianzen, die bereits bestehen oder sich vor oder während WIENWOCHE bilden, ausdrücklich erwünscht.
Gibt es eine Vermittlung seitens WIENWOCHE zwischen den unterschiedlichen Projekten, um sich kennenzulernen und sich über gemeinsame Zielsetzungen, thematische Überschneidungen oder mögliche Kooperationen auszutauschen?
Eine Veranstaltung für alle Teilnehmer_innen nach der Bekanntgabe der Auswahl ist für Ende April geplant. Darüber hinaus wird das Leitungsteam von WIENWOCHE im Zuge der Konkretisierung einzelner Projekte eine vermittelnde Rolle zwischen den Teilnehmer_innen übernehmen.
Welche Rolle spielen formale Aspekte, wie eine ausführliche und detaillierte Ausarbeitung des Projekts, bei der Übermittlung von Vorschlägen?
Wichtiger als formal perfekte Projektbeschreibungen sind uns klare Positionen zu gesellschaftlichen Fragen und Ideen, in welchen Feldern mit welchen Mitteln und Formaten diesbezügliche Ziele erreicht werden sollen. Präzise Kurzbeschreibungen können zugänglicher und nachvollziehbarer sein als allzu ausführliche Beschreibungen.
Kann ich das Projekt, an dem ich gerade arbeite, bei WIENWOCHE einreichen?
WIENWOCHE versteht sich als eine Schwerpunktveranstaltung. Demnach sollen Projekte für das WIENWOCHE realisiert werden und setzen sich mit dem diesjährigen Schwerpunkt anhand kultureller, politischer, sozialer, aktivistischer, theoretischer oder künstlerischer Arbeit auseinander. Die Verwirklichung bereits entwickelter Projekte ist insofern denkbar, wenn sie einen nachvollziehbaren Bezug zum Schwerpunkt haben, sich dahingehend adaptieren lassen und während WIENWOCHE 2013 der Öffentlichkeit präsentiert werden können.
Finden alle Projekte in Wien statt? Können Ausgaben für Reise und Unterkunft für Teilnehmer_innen übernommen werden?
Projekte bei WIENWOCHE sollen in Wien realisiert und der Öffentlichkeit präsentiert werden. Sie können aber, sofern es die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem thematischen Schwerpunkt erfordert, auch weitere örtliche Bezüge herstellen. In solchen Fällen können begrenzte Teile der Projektbudgets für Unterkunft und Reisekosten verwendet werden.
Findet WIENWOCHE an bereits festgelegten Orten statt oder müssen bei der Einreichung mögliche Orte für die Ausführung der Projekte mitgedacht werden?
Es gibt bei WIENWOCHE keine „Festivalzentrale“ oder fest eingeplante Veranstaltungsräume. Orte, an denen Projekte stattfinden oder präsentiert werden, sollten bei den Einreichungen Teil der Überlegungen sein. Vom öffentlichen Raum bis hin zu etablierten oder alternativen Räumen ist alles denkbar. Konkrete Überlegungen in den Einreichungen dazu sind erwünscht, da Prozesse wie Reservierung oder Genehmigung in der Regel eine längere Vorlaufszeit benötigen.
Wie werden die Projekte ausgewählt?
Der Vorstand und die künstlerische Leitung von WIENWOCHE unternehmen in einer öffentlichen Sitzung Mitte März (14. März) mit Unterstützung eines unabhängigen Beirates eine Vorauswahl. Die künstlerische Leitung führt bei Bedarf oder offenen Fragen weitere Gespräche mit den dabei ausgewählten Bewerber_innen und gestaltet darauffolgend die Endauswahl. Alle programmatischen Entscheidungen erfolgen unter Ausschluss des Rechtsweges.
Wie viel Budget steht den Projekten zur Verfügung? Werden die Projekte voll finanziert und welcher Budgetrahmen ist für ein Projekt sinnvoll?
Den Projekten stehen insgesamt 180.000 Euro zur Verfügung. Der finanzielle Rahmen für die einzelnen Projekte bewegte sich im ersten Jahr zwischen 6.500 und 18.000 Euro inklusive Produktionskosten und Honorare für die Projektbeteiligten. WIENWOCHE übernimmt im Normalfall eine Gesamtfinanzierung des Projekts (Honorare, Produktionskosten, spezifische Öffentlichkeitsarbeit etc.). Im Vorjahr wurde eine fixe Summe (30-35% des Gesamtprojektbudgets) als Honorare für Projektverantwortliche ausgezahlt. In diesem Jahr wollen wir diese Summe nicht festlegen, da aufgrund beispielsweise der Anzahl an beteiligten Personen oder dem Aufwand für die Realisierung unterschiedliche Bedürfnisse auftreten. Auf jeden Fall gilt es so weit wie möglich unbezahlte Arbeitssituationen zu vermeiden.
Gibt es Richtwerte für die Honorare?
Hier verweisen wir als Anhaltspunkt auf die Honorarrichtlinien für freiberufliche Kulturarbeit, die von TKI – Tiroler Kulturinitiativen/IG Kultur Tirol ausgearbeitet wurden:
http://www.tki.at/tkiweb/tkiweb?page=ShowArticle&service=external&sp=l359
Mit welcher Unterstützung bei der Produktion von Projekten ist seitens des WIENWOCHE-Teams zu rechnen?
Das Team wird die Projekte in Bereichen wie Projektentwicklung (Zeit- und Budgetplanung, konzeptuelle Fragen), Produktion (behördliche Kontakte, Genehmigungen, Anschaffungen, organisatorische wie finanzielle Fragen etc.), Öffentlichkeitsarbeit (Entwicklung von ÖA-Strategien, Pressearbeit etc.) unterstützen. Es ist nicht notwendig, sich wegen organisatorischer Unklarheiten davon abhalten zu lassen, einen Projektvorschlag zu übermitteln.
Deadline & Termine
- Die Ausschreibung beginnt am 14. Jänner 2013 und die Einreichfrist endet am 25. Februar 2013.
- Öffentliche Beiratssitzung voraussichtlich am 14. März 2013
- Gespräche mit den vorausgewählten Bewerber_innen: zwischen 14. März und 28. März 2013
- Endauswahl und Benachrichtigung: April
Kontakt
Individuelle Anfragen bitte per Mail an:
ausschreibung@wienwoche.org
lebt als Künstlerin in Wien. Praxis zwischen bildender Kunst, politischer und partizipativer Kulturarbeit. Lehrt an der Akademie der bildenden Künste Wien, ist Vorstandsmitglied der IG Bildende Kunst, Mitglied von „Netzwerk Kritische Migrationsforschung und Grenzregime“. Mitherausgeberin (mit Carla Bobadilla, Nilbar Güreş, Agnes Achola und Stefania Del Sordo) von „Migrationsskizzen: Postkoloniale Verstrickungen, antirassistische Baustellen“ sowie (mit Eva Egermann, Tom Holert, Jens Kastner, Johanna Schaffer) von „Regime. Wie Dominanz organisiert und Ausdruck formalisiert wird“. Sie ist Mitglied der Initiative 1.März – Transnationaler Migrant_innenstreik.
lebt als Kulturwissenschafterin in Wien. Vielseitiges Schaffen an der Schnittstelle von politischer Kulturarbeit, Antirassismus, Migration und Aktivismus. Mitherausgeberin (zusammen mit Sylvia Köchl und Vina Yun) von „fields of TRANSFER. MigrantInnen in der Kulturarbeit“, Redaktionsmitglied von „Kulturrisse – Zeitschrift für radikaldemokratische Kulturpolitik“ und von „www.migrazine.at – online Magazine von Migrantinnen für alle“. Sie ist Mitglied der Initiative 1.März – Transnationaler Migrant_innenstreik.
lebt in Wien und Zürich, ist neben seiner Tätigkeit bei WIENWOCHE Teil des Leitungsteams der Shedhalle in Zürich. Gülcü hat an der Akademie der bildenden Künste Wien sowie an der Karl-Franzens-Universität Graz gelehrt. Praxis zwischen bildender Kunst und politisch-partizipativer Kulturarbeit. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Fragestellungen bezüglich gesellschaftlicher, politischer und sozialer Machtverhältnisse. Autor (mit Lorenz Aggermann und Eduard Freudmann) von „Beograd Gazela – Reiseführer in eine Elendssiedlung“. Er ist Mitglied der Initiative 1.März – Transnationaler Migrant_innenstreik..

lebt und arbeitet in Wien. Beheimatet in vielen Welten, irgendwo an der Schnittstelle zwischen Kunst, Lebenshilfe und Buchhaltung. Freie Fotografin, freie Mitarbeiterin des Magazins " Fiber - Werkstoff für Feminismus und Popkultur". Ihr Schwerpunkt ist die Erforschung zwischenmenschlicher Beziehungen im Kontext einer sich stetig verändernden Gesellschaft.

Philipp Sonderegger (38) ist freier NGO-Berater und unabhängiger Menschenrechtler in Wien. Er beschäfigt sich aus einer zivilgesellschaftlichen Perspektive mit sinnorientierter Organisation, Demokratie und Menschenrechten. Sonderegger ist Mitglied des Menschenrechtsbeirates und betreibt einen Blog unter http://phsblog.at. Frühere Tätigkeiten: Sprecher von SOS Mitmensch und Geschäftsführer des poolbar-Festivals.
Ich habe diese Aufgabe übernommen, weil die WIENWOCHE ein geiles Pionierprojekt ist. Der Wunsch nach neuen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Modellen hat breite Bevölkerungsschichten erfasst. Doch die Ellenbogen-Eliten haben wieder Rückenwind. Sie machen verächtlich, was ihre Position gefährden könnte. Ich möchte mithelfen, Raum und Aufmerksamkeit für Alternativen zu schaffen."

Schon immer aus und in Wien: Ottakring, Leopoldstadt, derzeit Rudolfsheim-Fünfhaus. Als Redakteurin war sie in diversen alternativen Medien (u.a. an.schläge, MALMOE) sowie für verschiedene Festivals im Kunst- und Kulturbereich tätig. Sie ist Teil des Redaktionskollektivs beim Online-Magazin www.migrazine.at und Autorin für dieStandard.at, Missy Magazine, Jungle World, Spex etc. In unregelmäßigen Abständen legt sie in Wiener Clubs altmodisches Vinyl auf und gestaltet die Radiosendung „Disco Biscuit“ bei www.muelgrimeradio.de.
websitetresdelinquentes
* ist eine kreativ-werkstatt
* konzepiert vermittlung von information
* gestaltet visuelle kommunikation
* produziert interaktive medien
* arbeitet in kollektiven strukturen
logo & print designAls GestalterInnen interessieren sich TOLEDO i DERTSCHEI (gegründet 1996) insbesondere dafür, wie Gesellschaft gestaltet wird. Schrift, Bild und Raum werden von Eva Dertschei und Carlos Toledo auf ihre ideologischen und ästhetischen Komponenten hin untersucht.
WIENWOCHE erklärt sich solidarisch mit den protestierenden Flüchtlingen in der Votivkirche und unterstützt ihre Forderung nach einem menschenwürdigen Leben und einem neuen selbstbestimmten Leben in Freiheit und Gerechtigkeit!
Weitere Informationen zu den Protesten, Aktionen und zu Möglichkeiten der Unterstützung unter:
Büro
Stuwerstraße 25/5
1020 Wien
Allgemeine Anfragen
T +43 6991 104 48 49
Künstlerische Leitung und Geschäftsführung
Vorstand - Verein zur Förderung der Stadtbenutzung
Presse
Der Verein hat sich in einer Transparenzvereinbarung mit den Grünen Wien, auf deren Initiative das Kulturprojekt zurückgeht, zu nachvollziehbaren Aus- wahlprozessen sowie zur Veröffentlichung der Verwendung von Subventionsmittel verpflichtet.
Kuratorin, Autorin, Lektorin. Ausstellungsprojekte zum Verhältnis von zeitge- nössischer Kunst, Gesellschaft und Zeitgeschichte u.a. Recollecting. Raub und Restitution (2008/2009, MAK Wien, mit A. Reininghaus) und Verborge- ne Geschichte/n – remapping Mozart (Wiener Mozartjahr 2006, mit L. Bratic, A. Johnston-Arthur, L. Ponger, N. Sternfeld). Luisa Ziaja ist im Kernteam des Diskursnetzwerks schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis und seit 2006 Co-Leiterin des postgradualen Lehrgangs ecm für Ausstellungstheorie und -praxis an der Universität für angewandte Kunst Wien. Sie publiziert regel- mäßig in Katalogen, Sammelbänden und Zeitschriften zu zeitgenössischer künstlerischer und kuratorischer Praxis, Kunst- und Ausstellungstheorie.
Regisseur, Autor und Produzent von Dokumentar-, Kurz- und TV-Filmen. 1992–99 Kunstkritiker und Kulturredakteur der Wiener Stadtzeitung Falter. 1999–2001 Redakteur, Moderator und Gestalter bei der ORF-Kultursendung Kunststücke. 2001–04 freier Filmemacher in New York. Kurator von Kunst- projekten im öffentlichen Raum. Mitinitiator politisch-aktivistischer Kollekti- ve. Lebt in Wien. Mitgründer der Wiener Filmproduktionsfirma pooldoks.
Studium der Geschichte in Bahia, Brasilien, lebt seit elf Jahren in Europa, zuerst in Italien, Portugal und nun in Österreich. Sie arbeitet im Kulturbereich vom Verein maiz – Autonomes Zentrum von & für Migrantinnen, ist Obfrau des Vereins Forum Interkulturalität und Mitglied des Migrations- und Kultur- beirats der Stadt Linz. Seit 2008 studiert sie an der Akademie der bildenden Künste Wien im Ordinariat für konzeptuelle Kunst. Als Künstlerin und Aktivis- tin der Schwarzen- und MigrantInnen-Bewegung denkt Marissa Lôbo Politik und Kunst zusammen. Daraus entstehen ihre oft performativen Arbeiten.
Regisseurin, Dramaturgin, Drehbuchautorin. Nach Ihrer Schauspielausbil- dung Engagements in Österreich (Theater der Jugend, Stadttheater Klagen- furt, Interkulttheater Wien, Kosmos Theater) und Deutschland. Langjähriges Ensemblemitglied des Theaterhauses Stuttgart. Organisation und Gründung des Jugend- und Kulturvereins Echo. 2004 Gründung und künstlerische Leitung des Kunst- und Kulturvereins „daskunst“ (2007 Gewinner des Thea- terfestivals Spectrum „best of(f) Austria“). 2009- 2010 künstlerische Leiterin des Theater des Augenblicks. 2011-2012 Mitinitiatorin und Kuratorin der Pro- jektreihe „Pimp My Integration“.
Seit 1998 Generalsekretärin der Initiative Minderheiten. Kuratorin (mit Martina Böse und Sylvia Mattl) der Ausstellungen Gastarbajteri. 40 Jahre Arbeitsmi- gration (Wien Museum und Hauptbücherei 2004). Projektleitung (mit Boban Stojkov und Ljubomir Bratic) des Roma-Theaterstücks Liebesforschung (die- Theater Künstlerhaus 2006). Leitung des Forschungs- und Ausstellungs- projekts Viel Glück! Migration Heute. Wien, Belgrad, Zagreb, Istanbul (2010). Kuratorin (mit Gertraud Diendorfer) der Wanderausstellung Migration on Tour (2010).
Studium der Soziologie in Douala (Kamerun) und Publizistik in Wien. Jour- nalist und Mitbegründer von afrikanet.info, dem ersten Info-Portal über Menschen afrikanischer Herkunft und ihre deutschsprachige Diaspora und der Kommunikationskampagne Black Austria: Zum Abbau von Vorurteilen gegenüber in Österreich lebenden Schwarzen. Gewinner des Journalis- tInnen-Wettbewerbs Für Vielfalt. Gegen Diskriminierung. der Europäischen Kommission. Gründer der Medien.Messe.Migration und Geschäftsführer von M-MEDIA, dem Verein zur Förderung interkultureller Medienarbeit, der unter anderem die wöchentliche Integrationsseite der Tageszeitung Die Presse betreut. Initiator von Das Medienquartett, der ersten medienkritischen TV Sendung Österreichs auf OKTO.
Kurator, Berater und Publizist. Von 1996 bis 2002 Director of Operations und Director of Program Planning für die Wiedereröffnung des P.S.1 Contemporary Art Center in New York, Geschäftsführer des Kunstprojekts In Between der Expo 2000 in Hannover und Generalkoordinator der Manifesta 4 in Frankfurt am Main. Martin Fritz war als Treasurer von 2001 bis 2007 Mitglied im Vor- stand der International Foundation Manifesta und leitete von 2004 bis 2009 das Festival der Regionen in Oberösterreich.
Was heißt es unter den aktuellen gesellschaftlichen und politischen Bedingungen gemeinsam aktiv zu werden und was kann das bewirken? Welche Lebensmodelle können wir entwickeln, wenn wir Zwänge des Konsums, Geschlechts oder der Grenzen hinter uns lassen wollen? Welche wären unsere eigenen Wünsche an unsere Arbeitsplätze, wenn uns nicht die nächste Arbeitslosigkeit bedrohen würde?
Wer schreibt Geschichte aus welcher Perspektive? Wer darf sich in Geschichte einschreiben und wie? Was wird, wann sichtbar gemacht und was wird verschleiert? Welche Sichtweisen auf Geschichte werden anerkannt und von wem? Wie schaut eine selbstgemachte und selbsterzählte Geschichte aus und wie verändert sie die Gesellschaft?
Wem gehören die öffentlichen und halböffentlichen Räume der Stadt? Wem sind sie zugänglich, wer darf sich diese aneignen oder nützen? Wie kann öffentlicher Raum als gemeinsames Gut der Ökonomisierung und Privatisierung entzogen werden? Wie können städtische Räume von ihren Nutzer_innen kollektiv gestaltet und erweitert werden, wie werden dabei Freiräume erkämpft?
Wir suchen irritierende und kontroversielle, poetische und politische, kritische und utopische Positionen, die Auseinandersetzungen mit der Stadt als Lebensraum für Alle ernst nehmen, gesellschaftliche und politische Verhältnisse hinterfragen und Veränderungsmöglichkeiten aufgreifen. WIENWOCHE lädt Einzelne, Gruppen oder Initiativen ein, sich mit der Beschreibung der eigenen Arbeit, Themen, Erfahrungen für die Teilnahme zu bewerben, um gemeinsam mit anderen Personen und Gruppen in kollektiven Prozessen Projekte im Rahmen von WIENWOCHE zu realisieren. Wir suchen Alle, die sich mit den Projektschwerpunkten anhand kultureller, politischer, sozialer, aktivistischer, theoretischer oder künstlerischer Arbeit auseinandersetzen.
Einzureichen sind max. 10 Seiten:
Einreichungen ausschließlich per E-Mail bis zum 18. März an:ausschreibung@wienwoche.org
Vorstand und künstlerische Leitung von WIENWOCHE unternehmen mit Unterstützung eines unabhängigen Beirates, dessen Mitglieder aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen kommen, eine Vorauswahl in einer öffentlichen Sitzung. Die künstlerische Leitung führt weitere Gespräche mit den dabei ausgewählten Bewerber_innen und gestaltet darauffolgend das Programm. Alle programmatischen Entscheidungen erfolgen unter Ausschluss des Rechtsweges.
Die Projekte für WIENWOCHE sollen in drei bis fünf Arbeitsgruppen realisiert werden. Dabei entwerfen und entwickeln die ausgewählten Teilnehmer_innen von April bis zum Beginn von WIENWOCHE kollektiv verschiedene Projekte mit Bezug auf den jeweiligen Schwerpunkt. Die Arbeitsgruppen sollen Teilnehmer_innen einen Rahmen bieten, in dem sie gemeinsam arbeiten, nachdenken, lernen, diskutieren, ausprobieren, verhandeln und solidarische Lösungen finden.
Pro Schwerpunkt steht ein Gesamtbudget von maximal 70.000 Euro zur Verfügung, wobei die jeweiligen Projektbudgets von den Arbeitsgruppen in Zusammenarbeit mit der künstlerischen Leitung und Geschäftsführung von WIENWOCHE erstellt, vertraglich geregelt und verwaltet werden.
Ungefähr ein Drittel der Projektbudgets soll als Honorare an die Teilnehmer_innen zur Verfügung stehen, die restlichen zwei Drittel sollen als Produktionsbudgets verwendet werden. Zusätzlich stehen Mittel für beispielsweise projektbezogene Öffentlichkeitsarbeit, Publikationen, Rahmenprogramm oder für über die Gruppenarbeit hinausgehende Formate bereit. Die Projekte werden im Herbst 2012 während WIENWOCHE der Öffentlichkeit präsentiert.
Bewerber_innen sollten Interesse an gemeinsamen Arbeitsprozessen und kollektiver Umsetzung von Projekten haben.
Die Projekte sollen in Wien stattfinden und über einen lokalen Bezug verfügen.
Die Projekte sollen sich inhaltlich mit den drei Schwerpunkten von WIENWOCHE auseinandersetzen.
Die Projekte sollen geschlechtersensible Herangehensweisen bei der Durchführung berücksichtigen.
Die Projektarbeit und die Projekte sollen gesellschaftliche Ausschlussmechanismen nicht wiedergeben.
Die ausgewählten Teilnehmer_innen bzw. Arbeitsgruppen müssen ihre Projekte im Rahmen von WIENWOCHE realisieren und zwischen 21. September und 7. Oktober 2012 präsentieren.
Einreichen können Einzelpersonen, unabhängige Kulturinitiativen, Vereine und Kollektive (unabhängig von Beruf, Wohnsitz oder Staatsangehörigkeit).
Die Ausschreibung beginnt am 3. Februar 2012 und die Einreichfrist endet am 18. März 2012.
Einreichungen ausschließlich per E-Mail an: ausschreibung@wienwoche.org
Gespräche mit den vorausgewählten Bewerber_innen:
zwischen 2.4. - 15.4.2012
Endauswahl und Benachrichtigung: bis 20.4.2012
Bildung der Arbeitsgruppen: ab 23.4.2012
Individuelle Anfragen sind jederzeit möglich, bitte per Mail an:
office@wienwoche.org
In Kürze wird hier auf der Website darauf aufbauend ein FAQ veröffentlicht.
Wir verstehen Kulturarbeit als ein Einmischen in gesellschaftliche, politische, kulturelle Auseinandersetzungen - mit dem Ziel, diese sichtbar zu machen und voranzutreiben: An Schauplätzen, an denen in Unsichtbarkeit gedrängte Geschichten erzählt werden. In Auseinandersetzungen, in denen unterschiedliche Erfahrungen und Wissen aufeinander treffen und solidarisch verhandelt werden. Durch Projekte, in denen alternative Modelle des Zusammenlebens und -handelns sichtbar werden.
Ein Kulturprojekt wie WIENWOCHE zu organisieren heißt für uns, die Stadt nicht als "Unternehmen Stadt" zu begreifen. Wir wollen vielmehr die unterschiedlichen Räume darin für Diskussionen, Auseinandersetzungen sowie gemeinsame Entscheidungsfindungen öffnen und ihre Zugänglichkeit für verschiedene soziale Gruppen erweitern. Mit WIENWOCHE sind wir auf der Suche nach Praxen und Erfahrungen, die die Auseinandersetzung mit der Stadt als Lebensraum für Alle ernst nehmen, gesellschaftliche und politische Verhältnisse hinterfragen und Veränderungsmöglichkeiten aufgreifen. Nicht zuletzt wollen wir die Grenzen künstlerischer, kultureller, aktivistischer oder politischer Praxen ein Stück weit auflösen und gemeinsam anhand experimenteller Arbeitsweisen und spartenübergreifender, kollektiver Projekte neue Wechselbeziehungen mit verschiedenen Öffentlichkeiten der Stadt eingehen.
Uns verbindet eine Geschichte von gemeinsamer Arbeit in unterschiedlichen Feldern - von Kultur- über Bildungsarbeit bis hin zum politischen Aktivismus. Darin beanspruchen und erarbeiten wir in transdisziplinären, gemeinschaftlichen Prozessen einen emanzipativen gesellschaftlichen Standpunkt: wir arbeiten an/in diesen Praxen, die gegen Rassismus, Antisemitismus und Sexismus sind, die Ausbeutung nicht weiter geben und solidarische Lösungen fordern. Solche Zugänge wollen wir mit WIENWOCHE stärken und unterstützen.
Wien wirbt gerne mit Tradition, Gemütlichkeit, Multikulti-Flair auf Märkten und Kreativität in Grätzeln. Während dessen schreiben sich gesellschaftliche Verhältnisse auch jenseits der Glückseligkeit von Tourismusbroschüren in den urbanen Raum ein. Keine Elendsquartiere bedeuten noch nicht die Abwesenheit von Armut, Arbeitslosigkeit oder Ausschlüssen: Wien ist mehr und mehr durchzogen von Verdrängung und Gentrifizierung, diskriminierenden Strukturen, prekären Arbeits- und kaum leistbaren Wohnverhältnissen.
Jedoch ist die Stadt auch ein Ort, an dem sich transnationale und transkulturelle Räume mit eigenem Wissen, eigener Geschichtsschreibung und selbstbestimmten Lebensweisen bilden. Sie ist nicht nur ein Marktplatz, der regiert, verwaltet und kontrolliert wird und an dem Wissen und Information feilgeboten werden. Die Geschichte der Stadt ist auch eine Geschichte von Organisierung, Selbstermächtigung und Widerständen. Weder ist sie nur in offiziellen Chroniken nachzulesen, noch erzählen Gegengeschichten nur von Ausschlüssen, Ausbeutungen und Vereinnahmungen. Der städtische Raum wird auch von seinen Bewohner_innen vereinnahmt, reorganisiert und gestaltet, er ist nicht nur eine Abfolge von verwalteten Örtlichkeiten.
Was heißt es unter aktuellen gesellschaftlichen Bedingungen gemeinsam aktiv zu werden und was kann das bewirken? Wie erfinden wir uns neu, wenn wir vermeintliche Selbstverständlichkeiten, sei es des Konsums, des Geschlechts oder der Grenzen hinterfragen und hinter uns lassen? Welches Verhältnis bauen wir zur Sprache auf, wenn wir sie als nicht festgelegt, sondern viel mehr als von uns veränderbar begreifen? Welche wären unsere Wünsche an unsere Arbeitsplätze, wenn uns nicht die nächste Arbeitslosigkeit bedrohen würde?
Wer darf sich, wie in Geschichte einschreiben, und wer soll sie um- und neu schreiben können? Welche Akteur_innen rücken dabei in den Vordergrund und welche dürfen sich mit einem Schattenspiel zufrieden geben? Was wird wann sichtbar gemacht und was wird verschleiert – welche und wessen Argumente zählen dabei? Welche Interpretationen werden anerkannt und von wem? Wer schreibt Geschichte aus welcher Perspektive? Und nicht zuletzt: Wie schaut eine selbstgemachte und selbsterzählte Geschichte aus und wie verändert sie ihre Protagonist_innen und die Gesellschaft?
Wer ist in den öffentlichen und halböffentlichen Räumen der Stadt vertreten, wem sind sie zugänglich, wer darf sich diese aneignen oder nützen? Wie kann öffentlicher Raum als gemeinsames Gut der Ökonomisierung und Privatisierung entzogen werden? Wie kann er von seinen Nutzer_innen kollektiv gestaltet und erweitert werden, wie werden dabei Freiräume erkämpft? Welche Orte sind gegenwärtige Brennpunkte von Auseinandersetzungen um Teilhabe an städtischem Raum? Wie können sich Kulturprojekte in den öffentlichen Raum einschreiben, ohne an der Aufwertung von Stadtgebieten durch neoliberale Standortlogik mitzumachen? Worin bestehen die Möglichkeiten des politischen Handelns im öffentlichen Raum?
2012 wird WIENWOCHE als ein zweiwöchiges Kulturprojekt vom 21. September bis 7. Oktober stattfinden. Über die Frage, wo die unterschiedlichen Projekte von WIENWOCHE stattfinden, werden wir in Zusammenarbeit mit den Teilnehmer_innen in der Projektentwicklungsphase im Frühjahr entscheiden. Dabei spielt für uns die Auseinandersetzung mit symbolischen und realen Bedeutungen bestimmter Orte in Wien eine große Rolle – viel mehr als die Unterscheidung zwischen vermeintlichen Zentren und Peripherien. Diese können Stätten der so genannten Hochkultur, selbstorganisierte Räume oder der öffentliche Raum sein.
Zum einen werden wir Akteur_innen, deren Teilnahme wir für besonders notwendig erachten, einladen, ihre bisherigen Erfahrungen in WIENWOCHE hineinzutragen. Darüber hinaus wird sich WIENWOCHE ab Anfang Februar mit einer öffentlichen Ausschreibung an Personen, Gruppen und Initiativen aus breiten gesellschaftlichen Feldern richten: an all jene, die sich mit den jeweiligen Projektschwerpunkten anhand politischer, aktivistischer, theoretischer oder künstlerischer Arbeit auseinandersetzen.
Der Projektfindungsprozess wird sich von Anfang Februar bis Mitte April erstrecken.
Für uns ist ein zentraler Aspekt von WIENWOCHE, dass Projekte von Anfang an in kollektiven Arbeitsprozessen (z.B. in Arbeitsgruppen, in denen verschiedene Teilnehmer_innen zusammenarbeiten) erarbeitet werden. Kollektivität eröffnet für uns einen Handlungsraum, in dem Verhandlungen stattfinden, Positionen aufeinander treffen, neue Wege der Artikulation gesucht werden, aber auch Solidarität aufkommt und ungeahnte Lösungsansätze gefunden werden. Diese wollen wir mit WIENWOCHE als ein Gegenmodell zu neoliberal-individualisierten Strukturen, in denen Gemeinschafts- und Kollektivwissen ausgebeutet beziehungsweise individuell angeeignet wird, sichtbar machen.
WIENWOCHE hat erfreulicherweise ca. 215 Einreichungen erhalten. Diese unerwartet hohe Anzahl stellte uns vor die Aufgabe, einen praktikablen Modus zu finden, um in einer eintägigen Beiratssitzung eine Vorauswahl von 40 Positionen gestalten zu können. Aufgrund dieser konkreten Situation wird es nicht möglich sein, über jede Einzelne der Einreichungen zu diskutieren. Wir wollen aber genügend Zeit für alle Einreichungen einräumen, bei denen Diskussionsbedarf besteht und fanden zu folgendem Modus der Entscheidungsfindung:
Die Beiratsmitglieder (Unabhängige Expert_innen, Leitungsteam, Vorstandsmitglieder) geben der Moderatorin der Sitzung, Martina Pfingstl, jeweils max. 40 Einreichungen bekannt, die sie als Teilnehmer_innen von WIENWOCHE empfehlen und über die sie diskutieren wollen. Über die Einreichungen, bei denen es bei keinem der Mitglieder Diskussionsbedarf gibt, wird in der Sitzung nicht gesprochen. Das Ziel der Beiratssitzung ist, gemeinsam eine Vorauswahl über max. 40 Einreichungen zu treffen. Mit diesen vorausgewählten Einreicher_innen wird das Leitungsteam bis Anfang Mai Gespräche führen und die endgültige Auswahl (ca. 21 Positionen) im Anschluss daran treffen.
Das Leitungsteam wird nach der Sitzung (ca. 17:00) für etwaige Fragen zur Verfügung stehen.
Studium der Malerei, Grafik und Visuellen Mediengestaltung (Universität für Angewandte Kunst und Akademie der Bildenden Künste Wien). Lehrauftrag am Institut für Medientheorie (Ltg. Peter Weibel) seit 2011. Ko-Kuratorin mit Schwerpunkt Videokunst beim TV-Filmvermittlungsformat "Oktoskop" seit 2011. Programmkoordination bei Okto Community TV GmbH (Programmplanung, Formatentwicklung, partizipative Strategien, Entwicklung der Qualitätskriterien) seit 2005. Außerdem transdisziplinäre Projekte in den Feldern Kunst-Sozialpolitik-Popkultur-Performance seit 1999. Publikationen, Projekte, Kooperationen, Vorträge und Jurytätigkeiten, ebenfalls Disziplinübergreifend (Film, Theater, bildende Kunst, Urheberrecht, Musik, Jugendarbeit, Medientheorie, Aktivismus).
ist Künstlerin und lebt in Wien. Kunststudium in Wien und Maastricht. In ihren künstlerischen Arbeiten setzt sich Isa Rosenberger mit soziopolitischen Themen — vor allem zu Stadt, Gender und Öffentlichkeit(en) — auseinander. Sie arbeitet mit unterschiedlichen Medien wie Video, Fotografie und installativen Displays. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland sowie seit 1999 Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten (u.a. Technische Universität Graz, Akademie der bildenden Künste Wien, Technische Universität Wien).
ist als Erwachsenenbildnerin, Kulturarbeiterin und Aktivistin in selbstorganisierten Kontexten tätig. Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen im Feld der kritischen Bildungs- und Kulturarbeit in der Migrationsgesellschaft. Sie ist Mitbegründerin und Mitarbeiterin der Selbstorganisation von Migrantinnen maiz in Linz.
geboren 1978. Studentin, Arbeiterin, Politikerin in feministischen, bildungs- und migrationspolitischen Zusammenhängen und an der Akademie der bildenden Künste Wien.
teilnehmer_innen von WIENWOCHE 2012 stehen fest
Anfang des Jahres startete das neue Kulturprojekt WIENWOCHE. Nun stehen nach einem mehrstufigen Verfahren die Teilnehmer_innen fest: 25 Akteur_innen aus einem breiten zivilgesellschaftlichen Spektrum werden das Programm von WIENWOCHE 2012 (21. September bis 7. Oktober 2012) in kollektiven Prozessen gestalten.
WIENWOCHE 2012 will ihr Publikum mit Aktionen im Stadtraum nicht bedienen, sondern herausfordern, überraschen und zum re/agieren einladen. Viele intensive Diskussionen begleiteten bereits die Auswahl der Teilnehmer_innen durch das Leitungsteam. Im Zentrum des Auswahlverfahrens stand – in dieser Form erstmals in Wien – eine öffentliche Beiratssitzung. Ziel war es, im Sinne eines Best-Practice-Modells eine transparente und argumentativ begründete Entscheidungsfindung vorzunehmen. Unter der Mitbeteiligung von externen Expertinnen – der Künstlerinnen Amina Handke und Isa Rosenberger sowie der Kulturarbeiterin und Aktivistin Rubia Salgado, wurden aus den 215 Einreichungen 44 vorausgewählt. Auf die Beiratssitzung folgten Gespräche des Leitungsteams mit diesen 44 Einreicher_innen und die Entscheidung für 25 Akteur_innen. Diese werden in Arbeitsgruppen an den Schwerpunkten „agieren“, „geschichte neu schreiben“, „raum umverteilen“ sowie „involviert berichten“ arbeiten.
Die Teilnehmer_innen von WIENWOCHE 2012 sind:
Schwerpunkt „agieren“:
BDFA - Bunte Demokratie für Alle, Netzwerk KuKuMA, Prekär Café, Projektgruppe STATT WIEN, Sidy Mamadou Wane, Simonida Jovanovic/Sandra Selimovic/Susita Fink, Verein EXIT
Schwerpunkt „geschichte neu schreiben“:
Arif Akkilic/Ljubomir Bratic, Aylin Basaran, Karin Schneider/Tal Adler, kinoki, Plattform Geschichtspolitik, Sasa Barbul, VBKÖ - Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs
Schwerpunkt „raum umverteilen“:
AgrarAttac, Andrea Seidling/Peter A. Krobath, Bündnis platz.da!?, Büro trafo.K, Hansel Sato, Planet10, Rosa Lila Villa, Thomas Schoiswohl
Schwerpunkt „involviert berichten“:
Discover TV, malmoe, Pawel Kaminski/Gerhard Kettler
Unter den Beteiligten befinden sich sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen oder Initiativen, die sich mit vielfältigen Themenbereichen wie Arbeitsverhältnissen, Prekariat und Selbstorganisierung (beispielsweise BDFA - Bunte Demokratie für Alle, Prekär Café oder Sidy Mamadou Wane), verdrängter Geschichte und selbstbestimmter Geschichtsschreibung (beispielsweise Arif Akkilic/Ljubomir Bratic, Plattform Geschichtspolitik oder Sasa Barbul), Eigentumsfragen, Selbstermächtigung im öffentlichen Raum und solidarischer Landwirtschaft (beispielsweise AgrarAttac, Bündnis platz.da!? oder Planet10), Grenzregime und antirassistischem Handeln (beispielsweise Aylin Basaran, Hansel Sato oder Verein EXIT) oder queer-feministischem Empowerment und Geschichtsarbeit aus feministischer Perspektive (beispielsweise Rosa Lila Villa, Simonida Jovanovic/Sandra Selimovic/Susita Fink oder VBKÖ - Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs) beschäftigen.
Die hohe Anzahl der Einreichungen sowie deren enorme Bandbreite und Qualität spricht eine klare Sprache: in Wien gibt es eine große Notwendigkeit nach Förderung von kritischer und emanzipativer Kulturarbeit. Es müssen über punktuelle Projekte wie WIENWOCHE hinaus Strukturen gefördert werden, die nachhaltiges kulturelles und politisches Handeln erst möglich machen. Nur unter Bedingungen, die Kontinuität, Sichtbarkeit und Unabhängigkeit sichern, kann sich kritische Wissens- und Kulturarbeit ausdehnen und für weitere gesellschaftliche Kreise zugänglich werden.
Wie in der Ausschreibung beschrieben, ist WIENWOCHE auf der Suche nach der Beschreibung der eigenen Praxen, Erfahrungen, Arbeitsweisen und -bereiche und vor allem deren Bezüge zu einem der drei Schwerpunkte von WIENWOCHE. Z.B. wenn sich eine Gruppe in ihren Praxen mit dem öffentlichen Raum in der Stadt auseinandersetzt, in der Einreichung auf den Bezug dieser Praxen zum Themenschwerpunkt „raum verwalten umverteilen“ hinweist oder eine diesbezügliche Projektidee beschreibt, dann würde diese Gruppe, sofern sie ausgewählt wird, in der Arbeitsgruppe mit dem Schwerpunkt „raum verwaltenumverteilen“ gemeinsam mit anderen Akteur_innen, die sich ebenfalls für diesen Themenbereich interessieren, an der Realisierung von Projekten arbeiten.
Es wird bei WIENWOCHE pro Schwerpunkt jeweils eine Arbeitsgruppe mit sechs bis acht Positionen geben. Mit Position sind sowohl Einzelpersonen, als auch Gruppen oder Initiativen gemeint. Es ist also möglich, dass mehrere Vertreter_innen einer Gruppe an der Arbeit in den Gruppen teilnehmen. Diese Zahl sollte allerdings nicht drei Personen nicht übersteigen, damit einerseits die Gruppen arbeitsfähig bleiben und andererseits alle, die an Projekten für WIENWOCHE arbeiten, so angemessen wie möglich bezahlt werden können. Dabei ist es durchaus möglich, dass unterschiedliche Vertreter_innen einer Gruppe zu verschiedenen Zeitpunkten an den Arbeitsgruppen teilnehmen.
In einer öffentlichen Sitzung Ende März (Termin wird noch bekanntgegeben) wird das Leitungsteam von WIENWOCHE mit Unterstützung und Beratung von Vertreter_innen des Vorstands vom Verein zur Förderung der Stadtbenutzung (Trägerverein von WIENWOCHE) sowie unabhängigen Expert_innen eine Vorauswahl treffen. Anschließend führt das Leitungsteam Gespräche mit den dabei ausgewählten Bewerber_innen und nimmt die Endauswahl vor.
Die Projekte für WIENWOCHE sollen zwischen Ende April und Oktober 2012 in Arbeitsgruppen besprochen, entwickelt und realisiert werden. D.h. Teilnehmer_innen sollten die Möglichkeit haben, an diesen Treffen regelmäßig teilzunehmen, vor allem in der intensiven Anfangs- und Endphasen der Projekte. Das bedeutet nicht, dass Teilnehmer_innen über die gesamte Dauer permanent in Wien sein müssen.
Wie in der Ausschreibung beschrieben sollen die Projekte bei WIENWOCHE einerseits einen Wien-Bezug haben und in Wien realisiert werden, zum anderen sollten die Teilnehmer_innen die Möglichkeit haben, regelmäßig an der Gruppenarbeit teilzunehmen, welche zwischen April und Oktober 2012 stattfinden wird. Budgets für Unterkunft und Reisekosten sind aufgrund dieser langen Entwicklungsphase nicht vorgesehen.
Ja. WIENWOCHE ist nicht unbedingt auf der Suche nach fertigen Projektkonzepten, sondern nach der Darstellung der bisherigen Praxen, deren Bezug zu einem der Projektschwerpunkte und gegebenenfalls nach diesbezüglichen Projektideen, die während WIENWOCHE in die Arbeitsgruppen eingebracht und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Teilnehmer_innen des Kulturprojekts (weiter-)entwickelt, ausgearbeitet und realisiert werden sollen. Dabei sollen nicht unbedingt jeweils ein Projekt pro Arbeitsgruppe entstehen, sondern mehrere kleinere und größere, eben auch mit unterschiedlichen Mitteln, in unterschiedlichen Formaten und an unterschiedlichen Orten.
Sie können sich mit einem Projekt bei WIENWOCHE bewerben, sobald dieses einen Bezug zu einem der drei Schwerpunkte hat und Sie grundlegend Interesse daran haben und dazu bereit sind, das Projekt in einem kollektiven Aushandlungsprozess weiter zu entwickeln.
Der Fokus von WIENWOCHE liegt darauf, dass in den Arbeitsgruppen kollektive Entscheidungsfindungen und Arbeitsprozesse stattfinden und Themen sowie Ideen gemeinsam besprochen, diskutiert, entwickelt und realisiert werden. Dabei steht es Arbeitsgruppen frei, darüber zu entscheiden, auf welcher Weise sie, in welchen unterschiedlichen Konstellationen, an welchen Projekten arbeiten. Falls die Teilnehmer_innen einer Arbeitsgruppe sich alle zusammenschließen und gemeinsam an einem großen Projekt arbeiten wollen, ist das genauso möglich, wie wenn durch die Zusammenarbeit mehrerer kleinerer Gruppen kleinere und größere Projekte mit unterschiedlichen Formaten an unterschiedlichen Schauplätzen stattfinden.
WIENWOCHE ist auf der Suche nach Arbeitsweisen und Zugängen, welche das Gemeinsame und Kollektive in den Vordergrund stellen. Es ist natürlich klar, dass sich Zugänge auf individuelle Erfahrungen, Begehren, Fähigkeiten, Netzwerke, Wissen usw. beziehen. Nichtsdestotrotz interessiert WIENWOCHE aber der Prozess, indem dieses „Individuelle“ kollektiv bearbeitet bzw. aufeinander in Bezug gesetzt wird. Von besonderem Interesse sind für WIENWOCHE daher die unterschiedliche Perspektiven UND die Möglichkeit beziehungsweise der Versuch ihrer Verlinkung. Deswegen möchte WIENWOCHE vermeiden, dass Teilnehmer_innen unabhängig von anderen exklusiv an ihren Einzelprojekten arbeiten.
Arbeitsgruppen stehen je nach Teilnehmer_innenzahl zwischen ca. 55.000 und 66.000 Euro zur Verfügung. Ca. 30-35% dieser Summen sollen für Honorare der Teilnehmer_innen verwendet werden, d.h. pro Teilnehmer_in werden Honorare zwischen ca. 2500 (für Einzelpersonen) und ca. 3500 (für Gruppen) auf Werkvertragsbasis ausbezahlt. Die restliche Summe soll für Produktionskosten verwendet werden, eine genauere Budgetierung der unterschiedlichen Projekte wird in Zusammenarbeit von den Arbeitsgruppen und dem Leitungsteam erstellt.
Nein, muss nicht sein. Die Teilnehmer_innen sollen sich auf eine gemeinsame Sprache einigen, die alle beherrschen. Falls das nicht möglich ist, soll auf unterschiedliche Formen informeller Übersetzung (wie z.B. Flüsterübersetzungen) zurückgegriffen werden.
Gefördert aus den Mitteln der Stadt Wien

http://www.wien.gv.at/kultur/abteilung/
Unsere Kooperationspartner_innen:





"Bunte Demokratie für Alle" – kurz BDFA – ist ein Zusammenschluss verschiedener Migrant_innengruppen mit dem Zweck, die politischen und sozialen Interessen von Migrant_innen in der Wiener Arbeiterkammer zu vertreten. BDFA entstand im Jänner 2000 als Nachfolgeorganisation der Migrant_innenliste "Demokratie Für Alle" (DFA) innerhalb der AK-Wien.
Wie unser Name bereits betont, kämpfen wir für Demokratie – das heißt für gleiche Rechte – für alle Migrant_innen, aber auch für alle anderen Arbeitnehmer_innen. Wir orientieren uns nicht an den partikularen Interessen bestimmter nationaler, religiöser oder politischer Migrant_innengruppen, ebenso wenig sind wir einer bestimmten Partei verbunden. Stattdessen sind wir stark an Bündnissen interessiert – denn ohne eine starke, breite Basis können wir keine praktischen Erfolge erzielen. Seit den letzten AK-Wahlen 2009 sind wir mit einem Mandat im "Parlament" der Arbeitnehmer_innen vertreten – eine starke Stimme für die Interessen von Migrant_innen, aber ohne tatsächliche politische Macht.
Wir sind keine Beratungsstelle für Migrant_innen. Als Migrant_innen vertreten wir die Interessen ebendieser Gruppe innerhalb der Arbeiterkammer und machen sie hörbar. Im weiteren Sinne verstehen wir unsere Liste als Plattform für politische Vernetzung und Mobilisierung sowie als Möglichkeit, uns als Migrant_innen selbst zu vertreten. Unser Ziel ist, Wege und Lösungen zu finden, um die Lebens- und Arbeitssituation von Migrant_innen in Wien zu verbessern und ihnen eine menschenwürdige Existenz zu ermöglichen.
BDFA hat bislang an zahlreichen und verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen teilgenommen, u.a. an Wahlrechts-Kampagnen, um gegen den Ausschluss von Migrant_innen vom Allgemeinen Wahlrecht zu protestieren.
2006 von der Autorin, Filmproduzentin und Menschenrechtsaktivistin Joana Adesuwa Reiterer gegründet, betreibt der Verein EXIT Aufklärungsarbeit zum Thema Menschenhandel, insbesondere mit Blick auf den Frauenhandel aus Nigeria. Ziel ist es, relevante AkteurInnen – wie etwa Behörden, aber auch meinungsbildende Öffentlichkeiten – zu einer aktiven Auseinandersetzung mit dem Thema zu bewegen und zu mobilisieren.
EXIT ist auch Anlaufstelle für von Menschenhandel betroffene Frauen in Österreich und unterstützt diese beim Ausstieg aus der Zwangsprostitution. Das Empowerment der Betroffenen sowie deren kulturelle und gesellschaftliche Partizipation unter den gegenwärtigen diskriminierenden Bedingungen sind dabei ein zentrales Anliegen.
Um den Themenkomplex Menschenhandel und seine zahlreichen Facetten zu vermitteln, arbeitet EXIT u.a. mittels Film, Theater und Literatur und kooperiert hierfür mit unterschiedlichen KünstlerInnen und Medien. Nicht zuletzt leistet der Verein mit seinem Engagement einen wichtigen Beitrag zur Recherche und Dokumentation von Menschen- bzw. Frauenhandel.
Sandra Selimovic ist Schauspielerin, Regisseurin und Filmemacherin. Sie wirkte sich in zahlreichen Theaterprojekten mit (u.a. im Frauengefängnis Schwarzau und der Jugendstrafanstalt Gerasdorf) und gestaltete zusammen mit Tina Leisch den Viennale-Dokumentarfilm "Gangstergirls" (2008). Engagements bei der Gruppe 80, im Kabelwerk, Dschungel Wien, Semperdepot, in der Garage X, bei den Sommerfestspielen Parndorf, für ORF-Kinderserien etc. Sie ist Ensemblemitglied bei Theater Wozek (www.theaterwozek.at). Aktuell führt sie beim Jugendtheaterstück "It's my life" im Dschungel Wien Regie.
Simonida Jovanovic ist als Schauspielerin, Moderatorin, Fotomodel und Croupier tätig. Sie studiert Jura und Theaterwissenschaften in Wien. Zusammen mit Sandra Selimovic leitet sie den Verein für transkulturelle Kommunikation Romano Svato.
Susita Fink, langjährige Puppenspielerin im Marionettentheater im Schloss Schönbrunn sowie im Figurentheater Lilarum, schloss ihr Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien ab. Für das Revue-Stück "Cin ci baj taj nas – Schneid deinen Ärmel ab und lauf davon" zeichnete sie für den Puppenbau und die Puppenchoreografie verantwortlich. Sie ist Gründerin der Kompanie theaterfink.
Gemeinsam mit anderen haben Fink, Jovanovic und Selimovic bei der Roma-Revue "Cin ci baj taj nas – Schneid deinen Ärmel ab und lauf davon" mitgewirkt (2009/2010, Regie: Tina Leisch, Co-Regie: Sandra Selimovic, Philipp Eisenmann), die die Geschichte der Roma und Sinti in Österreich aus der Sicht der Betroffenen aufarbeitet.
Die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums braucht Impulse. Gerade in alltäglichen Straßenszenen wird deutlich, wie Armut und Ausschluss produziert und wie Formen der Organisierung wirksam werden. Die AkteurInnen der WIENWOCHE bekennen sich zu einem solidarischen Zusammenleben, denn: Die Stadt gehört allen – und somit auch den BettlerInnen.
In seiner Begründung, das Bettelverbot in Salzburg nach 33 Jahren aufzuheben, schreibt der Verfassungsgerichtshof wörtlich: "Öffentlichen Orten ist jedoch die Begegnung mit anderen Menschen immanent. Eine Störung der öffentlichen Ordnung kann (…) von der bloßen Anwesenheit einzelner Menschen an öffentlichen Orten, die um finanzielle Unterstützung werben (…) nicht ausgehen. (…) Dass derartige Mitteilungen als belästigend, ja unter Umständen auch als störend oder schockierend empfunden werden kann, ändert ebenso wenig etwas am grundsätzlichen Schutz derartiger kommunikativer Verhaltensweisen durch Art. 10 EMRK (…) wie der Umstand, dass diese primär aus finanziellen Antrieben gesetzt werden."
Wir wollen diese Immanenz nicht als bloße Toleranz ausgelegt wissen, sondern als Auftrag positiv zu interagieren. Es gilt, Möglichkeiten für einen Paradigmenwechsel in diese Richtung zu entwickeln.

KuKuMA, gegründet im Herbst 2005, ist ein dezentrales Netzwerk, das aus unterschiedlichen Kunst- (Ku), Kultur- (Ku) und Medien-Projekten (M) besteht und das Ziel verfolgt, Alternativen (A) zu kapitalistischen Strukturen zu entwickeln. Zum KuKuMA-Netzwerk gehören derzeit: GuerillaGardening Wien, Jongliergruppe, Kaleidoskop, Literaturgruppe, PerpetuuMobile 2.3, Plan.los!, Transportsyndicars.
Gegenkultur – Konsens – DIY (Do It Yourself) – partizipatives Arbeiten sind einige Schlagworte aus dem KuKuMA-Vokabular. Entgegen einem traditionellen Politik- und Kunstverständnis geht es uns um den Aufbau eines offenen, herrschaftskritischen Raums, in dem die beteiligten Initiativen frei und selbstständig agieren. Die Mitwirkung ist kostenlos oder erfolgt gegen freie Spenden. Unsere Aktivitäten umfassen u.a. Workshops, Veranstaltungen im öffentlichen Raum und interventionistische Aktionen. Jede*r kann sich an uns wenden: Wenn du Raum oder Ressourcen benötigst, können wir diese zur Verfügung stellen bzw. Starthilfe geben. In welcher Form du dich einbringen und aktiv sein willst, bleibt dir überlassen.
Vernetzung und Kollektivität sind für uns von entscheidender Bedeutung: Erst wenn wir Netzwerke bilden, kommen wir weiter. Gemeinsam sind wir stärker, können einander unterstützen und unsere Ideen umsetzen.
Das PrekärCafé ist ein Kollektiv von Aktivist*innen aus verschiedenen Zusammenhängen, das sich 2008 aus der Wiener EuroMayDay-Bewegung herausgebildet hat. Wir setzen uns mit dem Thema Prekarisierung, d.h. mit der zunehmenden Verunsicherung unserer Arbeits- und Lebensverhältnisse auseinander. Im Zentrum unserer Aktivitäten steht dabei die Frage, wie vor diesem Hintergrund Prozesse der gegenseitigen solidarischen Unterstützung und (Selbst-)Organisierung aussehen können. Für die theoretische Debatte dieser und ähnlicher Fragen wollen wir Räume schaffen, aber auch praktische Antworten finden und kollektive Strategien entwickeln.
Mit seinen Veranstaltungen (jeden ersten Dienstag im Monat im W23 in der Wipplingerstraße 23, 1010 Wien) möchte das Café ein Ort sein für kooperative Kreativität und theoretische Neuerfindung, für soziale Archäologie und Wunschmaschinen, ebenso wie für Vielheiten und die Überlappung offener und geschlossener Zusammenhänge.
Neben den Veranstaltungen arbeitet und kooperiert das PrekärCafé zu konkreten Feldern der Prekarisierung: Aktuell liegt der Schwerpunkt auf "Undokumentiertem Arbeiten", also der Lohnarbeit von Migrant*innen ohne entsprechende Aufenthalts- und/oder Arbeitspapiere.
In Podor in der Fouta-Region im Senegal geboren, hat Sidy Mamadou Wane seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in den 2000er Jahren nach Wien verlegt, wo er eine Tontechnik- und Marketing-Ausbildung absolvierte. Noch während seines Jura-Studiums in Dakar wandte er sich verstärkt künstlerischen Arbeiten zu und realisierte Ausstellungen und Performances in Senegal, Gambia und Österreich. Er engagiert sich in zahlreichen künstlerisch-aktivistischen Projekten im Kontext antirassistischer und sozialer Bewegungen.
Arif Akkilic lebt seit 33 Jahren in Wien, wo er im Migrations- und Jugendbereich arbeitet. Er war lange Zeit bei der ATIGF (Förderation der ArbeiterInnen und Jugendlichen aus der Türkei in Österreich) aktiv und u.a. einer der Organisatoren des „Langen Marsches gegen Ausländergesetze“ von Vorarlberg nach Wien.
Akkilic war Mitgestalter der Ausstellung "gastarbajteri" in Wien Museum (2004), in dessen Rahmen er gemeinsam mit trafo.K im Vermittlungsteam sowie an einem Jugendprojekt mitwirkte. Er leitete Workshops zum Thema Interkulturelle Kompetenzen am Institut Im Kontext und war für künstlerische Projekte wie "Stadt im Bild" tätig. Darüber hinaus betrieb er Vernetzungsarbeit zwischen den Städtischen Büchereien und migrantischen Selbstorganisationen im 10. und 11. Wiener Gemeindebezirk.
Ljubomir Bratic, Philosoph und freier Publizist, lebt und arbeitet in Wien. Er war u.a. als Flüchtlingsberater tätig und in zahlreiche Antirassismus-Projekte im Sozial- und Kunstbereich involviert, u.a. als stellvertretender Geschäftsführer im Integrationshaus Wien, als Bundessprecher von ANAR (Austrian Network Against Racism), als Mitgestalter der Ausstellung "gastarbajteri" im Wien Museum, als Mitglied des KuratorInnenteams von "Verborgene Geschichte/n – remapping Mozart" im Mozartjahr 2006 sowie als Leiter des Theaterprojekts "Liebesforschung“ der Initiative Minderheiten und Romani dori über die Diskriminierung von Roma.
Zahlreiche Veröffentlichungen über migrantische Selbstorganisierung, Widerstandstrategien, Politik der Gleichheit, Migrationsgeschichte Österreichs, Diversitätspolitik, Antirassismus und Aktivismus. Bratic ist Herausgeber des Buches "Landschaften der Tat. Vermessung, Transformationen und Ambivalenzen des Antirassismus in Europa" (2002). Zuletzt erschien von ihm das Buch "Politischer Antirassismus – Selbstorganisation, Historisierung als Strategie und diskursive Interventionen" (2010) im Löcker Verlag.
Aylin Basaran arbeitet an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Aktivismus und Kunst. Während ihres Studiums in München war sie sowohl in verschiedenen antifaschistischen, antirassistischen und gewerkschaftlichen Zusammenhängen als auch in der Gedenkstättenarbeit aktiv, u.a. als Referentin an der KZ-Gedenkstätte und beim Max-Mannheimer-Studienzentrum in Dachau. 2011 wirkte sie an der Mauthausen-Retrospektive mit, bei der anhand von Spielfilmen aus unterschiedlichen Zeiten und Ländern Fragen des Widerstands in der NS-Zeit behandelt wurden.
Basaran ist derzeit als Assistentin am Institut für Zeitgeschichte am Schwerpunkt Visuelle Zeit und Kulturgeschichte an der Universität Wien tätig. Ihre Seminare beschäftigen sich mit Themen Historiografiegeschichte, Visualisierungsstrategien des universitären Raums und postkoloniale Perspektiven der Zeitgeschichte. Sie realisierte mehrere Kurzfilmprojekte zu den Themen Migration, Festung Europa, Selfempowerment von Flüchtlingen und Migrant_innen. Sie ist außerdem Kuratorin des diesjährigen Wiener Filmfestivals Ethnocineca.
Überleben im NS-Terror. Menschlichkeit und Widerstehen.
Mauthausen Retrospektive 2012. Trailer. 6 min. 2012.
Was Integration ist …
Dokumentation. Aylin Basaran, Dayela Valenzuela, Jacqueline Wilk. 16 min. 2008.
Im Land der Abgeschobenen.
Dokumentation. Aylin Basaran, Hans-Georg Eberl. 23 min. 2008.
École pour tous – Schule für alle.
Dokumentation. Aylin Basaran, Hans-Georg Eberl. 13 min. 2008.
Münchner Freiheit – illegal integriert.
Dokumentation. Aylin Basaran, Ruth Krause. 12 min. 2006.
Create Your Reality. Zur versteckten Macht der filmischen Sozialreportage. In: Kulturrisse 3/2011.
http://derstandard.at/1319182943917/Textspende-Kulturrisse-Create-your-Reality
Representation and the Dominant Gaze. In: JG Cinema. Cinema and Globalization. 2011.
http://www.jgcinema.com/single.php?sl=dominant-gaze-colonialism-representation
Im Land der Abgeschobenen. Soziale Realitäten und Selbstorganisierung von unten in Togo.(zusammen mit Hans-Georg Eberl) In: Hinterland 10/2009.
http://hinterland-magazin.com/pdf/10-05.pdf
Seit mittlerweile zwei Jahrzehnten aktiv, versteht sich der Verein Kinoki als Teil eines globalen cineastisch-politischen Netzwerks. Der Name ist den historischen Kinoki im revolutionären Russland der 1920er entliehen: Inspiriert vom Enthusiasmus, die Kamera als mechanisches Auge zu sehen, das frei ist von Vorlieben und Vorurteilen, formulierte damals eine Gruppe Filmschaffender rund um Dziga Vertov in einem Manifest: "Unsere Bewegung nennt sich Kino-Auge. Wir kämpfen für die Idee des Kino-Auges und wir heißen Kinoki."
Knotenpunkt unseres Vereins ist Wien. Mittels Text sowie Theater- und Filmproduktionen setzen wir uns mit sozialen Kämpfen, marginalisierten Geschichten und transnationalen politischen Praxen auseinander. Jeden Monat finden im Depot unter dem Titel "Kinoki Mikrokino" politische Filmabende mit Diskussion bei freiem Eintritt statt.
Geboren in Zabalj/Serbien, lebt und arbeitet in Wien. Barbul studiert derzeit Journalismus und ist als Schauspieler, Autor und Regisseur insbesondere im Theaterbereich tätig. Er ist aktives Mitglied bei der NGO Junge Forscher Roma sowie beim Verein Roma Studenten.
Er verfasste das Skript für das Theaterstück "Roma einst und heute" (2001), bei dem er auch Regie führte und selbst mitspielte. Das Stück, das sich mit den kulturellen Traditionen der Roma und mit der Frage von Bildung als Selbstermächtigungstool beschäftigt, wurde erstmals in Zabalj auf Romanes aufgeführt. Aus Barbuls Feder stammt auch das Theaterstück "Future Romas" (2005) zum Thema Homosexualität in der Roma-Community, das am 8. April, dem Internationalen Tag der Roma, unter der Regie von Nikola Radin am Wiener Pratertheater aufgeführt wurde.
Barbul wirkte in den Stücken "Liebesforschung" (2007, Regie: Tina Leisch) und "72 Std Roma Palast" (2010, Regie: Gerhard Fresacher) als Schauspieler mit. Zudem war er Darsteller im Rap-Musikvideoclip "RAUBAU" von Mileva Turbo (alias Jazz-Musikerin Matilda Leko) & Mile Rau Bau.
2009 entstand zusammen mit Sali Kadrijaj, Rena Rädle und Vladan Jeremic der 25-minütige Dokufilm "Gazela" über die Lebensbedingungen der Roma, die 1999 aus dem Kosovo nach Serbien geflüchtet sind. Der Film wurde u.a. auf der Biennale in Venedig, in Finnland, Slowenien und in Österreich präsentiert.
www.romamediaarchive.net/temporary-shelter-from-100-to-500-years
Tal Adler, Künstler und Fotograf, geboren in Jerusalem/Israel, lebt und arbeitet in Wien. Seit vielen Jahren setzt er sich mit sozialer Forschung und politischer Praxis im Medium der Fotografie auseinander. Dabei verbindet er die Visualisierung mit jeweils konkreten Geschichten, die auf Forschungsprozessen basieren.
Karin Schneider, Zeithistorikerin, Sozialforscherin und Kunstvermittlerin, geboren in Wien, lebt und arbeitet in Wien. Sie hat in den letzten Jahren in unterschiedlichen Kunstvermittlungspraxen sowie in Sozialforschungsprojekten im Bereich der Museologie und der Aktionsforschung mit Jugendlichen gearbeitet.
Gemeinsam erarbeiten Tal Adler und Karin Schneider eine Visualisierung lokaler Wiener Geschichten, die jeweils für sich Beispiele von erinnerungspolitischen Praxen darstellen. Dies ist Teil einer Serie von Projekten, die sich in ganz Österreich mit Erinnerungspolitik beschäftigen.
Die Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs (VBKÖ) wurde 1910 gegründet und eröffnete kurz darauf ihren Standort im ersten Wiener Bezirk, wo sie bis heute zu finden ist. Historisch gehörte die Vereinigung den frühen Künstlerinnenbewegungen an und besaß Pionierstatus: Sie betrieb Lobbyarbeit für Frauen, um ihre Interessen in künstlerischer, ökonomischer und bildungsbezogener Hinsicht zu verbessern, ihre Repräsentation zu erhöhen und ging internationale Kooperationen ein.
Organisationen wie die VBKÖ führen die Komplexität und Widersprüche einer zeitgenössischen feministischen Geschichtsschreibung vor: Hier trifft die empanzipatorische Geschichte der künstlerischen Frauenbewegung, die bis in die Zeit des Imperialismus zurückreicht und die es immer noch in eine offizielle Kunstsgeschichtsschreibung hinein zu reklamieren gilt, auf die Geschichte der Kollaboration mit dem nationalsozialistischen Regime. Die durch historische und vereinsinterne Brüche entstandenen Wissenslücken in Bezug auf die eigene Geschichte, Geschichtsschreibung und -forschung, geraten nicht nur nationalsozialistische, sondern auch klassenspezifische und koloniale Verstrickungen der Vereinigung leichter in Vergessenheit.
Eine der größten Herausforderungen ist es daher, Strukturen weiter aufzubauen und Prozesse einzuleiten, die es ermöglichen, historische Narrationen immer wieder neu zu untersuchen, Reflexionsprozesse in Gang zu halten und dieses Wissen öffentlich zu machen und zu diskutieren.
Die VBKÖ positioniert sich als ein Ort, der zeitgenössische feministische künstlerische Agenden pflegt, der einen Raum für Experimente bietet und politische und aktivistische Arbeit fördert, um eine neue, lebendige Verbindung zwischen der historischen Auseinandersetzung und aktueller queerer, feministischer Kunstproduktion herzustellen.
Ready to visualise! Die Geschichte von Discover TV begann mit der Erstausstrahlung des Nachrichtenformats "Every 1 News" im Februar 2006 auf dem Wiener Community-Fernsehsender Okto TV. Discover TV ist ein Projekt der hier ansässigen Medien-NGO World Media Insights und richtet sich an KosmopolitInnen des 21. Jahrhunderts. Das zwölfköpfige Produktions- und Redaktionsteam blickt auf mitterweile stolze neunzig Sendungen zurück. Unsere Sendungen sollen zur kritischen Meinungsbildung beitragen – Ziel ist, Nachrichten und Themen aus alternativen bzw. unbekannten Quellen zu bringen.
Die einzelnen Sendeformate:
Every-1 News mit Newstalks ist ein weltweit einzigartiges Nachrichtenformat: EinE JournalistIn von Discover TV plus zwei andere geladene JournalistInnen präsentieren abwechselnd fünf Minuten lang Nachrichten in drei verschiedenen Sprachen aus aller Welt. Im Anschluss wird bei Newstalks über die Inhalte der Nachrichten diskutiert. Neben Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch und Mandarin wurde z.B. auch in Amharisch oder Yoruba gesendet. Ziel der Diskussion ist eine breite Palette von Perspektiven, weg vom nationalen Konsens.
Every-1 Means ist eine einstündige Diskussionssendung, die sich von den üblichen Talkshows durch die Themenwahl und die Gäste unterscheidet. Wie der Name schon verrät ist die Idee, jede/n zu Wort kommen zu lassen, abseits von elitärem Blickwinkel sog. ExpertInnen.
Bei Discover TV Live werden Diskussionsrunden zu aktuellen (inter-)nationalen Ereignissen direkt übertragen – wie z.B. zur Nationalratswahl 2006, bei der zum ersten Mal im österreichischen Fernsehen eine "Wiener Runde der anderen Art" (Menschen mit sog. Migrationshintergrund) den Wahlabend live kommentierte.
Weiterführende Links:
Auf der ganzen Welt ist Radioaktivismus Bestandteil emanzipatorischer politischer Bewegungen: Er macht Radio zum Sprachrohr, zur Diskursplattform, zum Werkzeug, das Vernetzung und Koordination ermöglicht, zum Instrument, um virtuelle Räume zu erschließen und Marginalisierte hörbar zu machen.
Radioaktivist_innen gibt es viele – Pawel Kaminski und Gerhard Kettler sind zwei davon, die sich gemeinsam mit anderen Radiomachenden an der WIENWOCHE beteiligen.
Gerhard Kettler war viele Jahre als Radiomacher bei ORANGE 94.0, dem Freien Radio in Wien, und im alternativen Medienfeld aktiv, u.a. als einer der zahlreichen Reporter_innen bei den Protesten gegen die schwarzblaue Regierung im Jahr 2000. Von 2003 bis 2012 war er (mit kurzer Unterbrechung) Programmkoordinator bei ORANGE 94.0. Seit 2007 bloggt und twittert er unter dem Namen "nochrichten".
Pawel Kaminski ist als Medienpädagoge, freier Journalist und Übersetzer tätig, seit 2004 engagiert er sich auch als Radiomachender. Sein Fokus liegt auf der medienpädagogischen Dokumentation und Vermittlung von Zeitgeschichte sowie auf antirassistischer Medienarbeit. Er war an mehreren Ausstellungsprojekten beteiligt (u.a. "Fremde Heimat – Homeless at Home" und "Jewish Witness to a Polish Century"). Seit 2006 lebt und arbeitet er in Wien.
Gute Seiten, schlechte Zeiten. MALMOE ist eine zweimonatlich erscheinende Printzeitung, die zur freien Entnahme an verschiedenen Orten in Wien und in den anderen Bundesländern aufliegt.
Den so genannten Freien Medien kommt eine entscheidende Bedeutung zu – "als alltagsbegleitende Maßnahme" leisten sie einen eigenständigen Beitrag zum kulturellen Leben einer Gesellschaft. Diese Medien sind nicht bloß "alternative Produkte", sondern Artikulations- und Interventionsplattformen, die den herrschenden gesellschaftlichen Konsens infrage stellen. In diesem Sinne definiert sich MALMOE nicht nur als kritisches journalistisches Projekt, sondern begreift sich zugleich als Teil einer politischen Kulturarbeit und einer aktivistischen Praxis, um einen öffentlichen emanzipatorischen Diskursraum zu eröffnen.
Unsere Leser_innenschaft kann tendenziell als urban, ungesichert beschäftigt bzw. (schein-)selbständig, popkulturell sozialisiert und medien- und technologiekompetent beschrieben werden. MALMOE knüpft an die Lebenslage dieser Zielgruppe an (ungesicherte Erwerbsarbeit, Verortung in subkulturellen Zusammenhängen etc.) und stellt Verbindungen zu kritischen Diskursen her. Wir treten an gegen die neoliberale Hegemonie und forcieren eine Demokratisierung und Entdiskriminierung in allen gesellschaftlichen Bereichen (Kultur, Alltagsleben, Arbeits- und Geschlechterverhältnisse etc.).
Rund um die Themen der Printzeitung organisieren wir u.a. Diskussionsveranstaltungen und Journalismus-Workshops, außerdem beteiligen wir uns wiederholt an öffentlichen Interventionen und Aktionen.
Brunnhilde ist der Name des neu gegründeten DJn-Kollektivs der Brunnenpassage in Wien-Ottakring, bestehend aus zwölf weiblichen DJs unterschiedlichster Herkünfte. Die stilistische Bandbreite reicht von Electro-Pop/Jazz und Indie Dance über World Music, Oriental, Balkan bis hin zu Nu Disco, Minimal, House und Techno.
Ziel ist es, junge Frauen in der heimischen Musikszene zu fördern und die kulturelle und musikalische Vielfalt des Wiener Stadtlebens sichtbar zu machen. Bislang haben die DJns u.a. folgende Locations bespielt: Ost Klub, Pratersauna, Café Drechsler, Café Leopold, brut/Künstlerhaus, Rhiz, Fluc, Volksgarten, Café Carina, Linzfest, Donauinselfest, Rathaus, Parlament, Soho in Ottakring sowie Events im Rahmen der Wiener Festwochen/Into The City. Brunnhilde, lass krachen!
globalista, in der WIENWOCHE vertreten durch die Vereinsgründerinnen Célia Mara und Silvia Jura, steht für Kulturprojekte mit Gender-Fokus und transkultureller Ausrichtung: offen für Experimente – aktivistisch – musikorientiert!
Silvia Jura war u.a. treibende Kraft hinter der Gründung der IG World Music Austria und ist Initiatorin von femous – platform for famous female culture. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen auf Vernetzung und Sichtbarmachung, kollektive Kulturpraxen werden hierbei als Mittel für gesellschaftliche Veränderung begriffen. Célia Mara bewegt mit ihrem Brazilian Bastard Sound nicht nur die heimische Musikszene – sie bespielt Clubs und Festivals zwischen Moskau, New York und Salvador. Dabei steht die Vermittlung von antirassistischen, queer-feministischen und sozialkritischen Inhalten im Rahmen populärer Musikkonzepte im Zentrum.
globalista arbeitet in Österreich und Brasilien und versteht sich als kulturelle Mittlerin zwischen den Kontinenten. Komplexe Kulturproduktionen – vom Konzept bis zur Umsetzung – sind langjährige globalista-Praxen.
We are the bastards of Yutopia! HOR 29 NOVEMBAR existiert seit 2009 als offenes Kollektiv, bei dem jede/r mitmachen kann – besonderes Gesangstalent ist keine Voraussetzung. Wir singen in mehreren Sprachen und erweitern unser Repertoire laufend. Ausschlaggebend ist die Lust am gemeinsamen Singen von Revolutions-, ArbeiterInnen- und PartisanInnen-Liedern sowie die Mitwirkung bzw. die Unterstützung des Chors bei verschiedenen Aktionen, Interventionen, Demos und Initiativen.
Wir singen überall: auf der Straße, in der U-Bahn, in Kneipen und Galerien, in Rathäusern, in Clubs und Theatern. Mit mehr als vierzig Live-Auftritten in den letzten zweieinhalb Jahren (u.a. Balkan Fever Festival, Flüchtlingsball, Festival des Politischen Liedes, Wiener Festwochen) haben wir uns HORbar gemacht.
Der 29. November 1943 war der Gründungstag der Bundesrepublik Jugoslawien. Obwohl die meisten Chor-Mitglieder aus dem "Ex-YU"-Raum kommen, werden auch Lieder auf Deutsch, Italienisch, Jiddisch, Spanisch und Englisch gesungen. Ziel ist, Lieder auch auf Bulgarisch, Albanisch oder Romanes einzuüben. Proben finden jeden Mittwoch statt, ein Einstieg ist jederzeit möglich!
KOOMA sind die Musikerin und performative Künstlerin Lisa Kortschak, der freischaffende Musiker Gregor Mahnert und die Fotografin und Kuratorin Rania Moslam. Gemeinsam initiieren sie Projekte, die darauf abzielen, (sub-)kulturelle Räume und deren Selbstverwaltung zu verwirklichen und kollektive Handlungsspielräume aufzuzeigen. Zugleich soll auf die gegenwärtigen prekären Arbeitsbedingungen für freie Kulturschaffende aufmerksam gemacht werden.
"Subkulturen" sind, da sie sich abseits und unterhalb der herkömmlichen Finanzierungskanäle bewegen, stets auf kollektive Handlungs- und Arbeitsweisen angewiesen, um existieren zu können. Durch die drastische Unterfinanzierung, wie sie die freie Wiener Szene in den letzten Jahren erfahren hat, und den damit verbundenen ökonomischen Druck verunmöglicht die hiesige Kulturpolitik jedoch weitgehend jegliche Kollektivität. Stattdessen macht sich Vereinzelung breit, da jedeR vor allem mit dem eigenen finanziellen Überleben beschäftigt ist. In einem solchen neoliberalen Klima werden die potenzielle Widerständigkeit und die Kritikfähigkeit subkultureller Interessen aufgelöst.
Anhand kollektiver Modelle des Zusammenarbeitens skizziert KOOMA Alternativen zur fortschreitenden Ökonomisierung – nicht nur des Kulturbetriebs, sondern sämtlicher Lebensbereiche. Die bisherigen Arbeitszusammenhänge von KOOMA inkludieren u.a. Vekks, Roter Bogen, Ernst Kirchweger Haus, Kete, „Wir wollen eine Prozession“, Underdog Filmfestival, Depot, Wattestäbchen, erna+erich, „das kunst“ – verein für emanzipative kulturarbeit und diskurs, Viennese Soulfood, Kollektive Involviertheiten.
Das Girls Rock Camp in Niederösterreich wurde 2011 von pink noise, dem Verein zur Förderung feministisch popkultureller Aktivitäten, ins Leben gerufen. Das Musik-/Bandprojekt basiert auf dem Konzept feministischer Mädchenkulturarbeit und verfolgt das Ziel, die aktive Teilhabe von Mädchen und jungen Frauen in Musik- und Jugendkulturen zu fördern und diese zu selbstbestimmtem Handeln anzuregen. In u.a. Workshops, Bandprobe-Einheiten und Instrumentenkursen haben die Teilnehmer_innen die Möglichkeit, sich mit anderen musikbegeisterten Jugendlichen auszutauschen, eine Band zu gründen, gemeinsam einen Song zu schreiben oder sich auf der Bühne auszuprobieren – egal ob mit Gitarre oder als HipHop-MC, im Duo oder an den Turntables, mit oder ohne Vorkenntnisse.
Das Pink Noise Girls Rock Camp steht in der Tradition der Riot-Grrrl- und Ladyfest-Bewegungen, die die männliche Dominanz in subkulturellen Kontexten kritisch hinterfragen. Die Organisator_innen des Pink Noise Girls Rock Camp, das jährlich für eine Woche in Niederösterreich stattfindet, sind selbst in der Kulturarbeit aktiv und können auf vielseitige feministische Netzwerke zurückgreifen.
Mit der Kampagne Platz da!? versuchen wir seit September 2010, in Wien die Themen Freiraum, öffentlicher Raum, Leerstand, soziale Normierung und Gentrifizierungsprozesse verstärkt in den Fokus der Stadtbevölkerung zu bringen und damit (räumliche) Machtverhältnisse zu problematisieren.
Platz da!? stellt eine offene Plattform dar, auf der sich Initiativen und Personen, die zu diesen Themen arbeiten, vernetzen können: Seien es konkrete Räume, wissenschaftliche Netzwerke, aktivistische Zusammenhänge oder Gruppen, die Besetzungen initiieren. Die spezifische Arbeitsweise von Platz da!? ist bestimmt durch eine horizontale und dezentrale Organisation, die projektbezogenes, spontanes Arbeiten mit langfristigen kollektiven Arbeitsprozessen verschränkt.

AgrarAttac ist eine Arbeitsgruppe von Attac, die sich mit den Themen Landwirtschaft und Ernährung befasst und diese in ihren verschiedensten Facetten diskutiert. Dabei versuchen wir Hunger, Gesundheit, Konsum, Agrarhandel, Umwelt, Migration, Verkehr/Transport, Artenvielfalt etc. in einen gemeinsamen globalen Kontext zu setzen und unsere eigene Lebensweise und unser Verhalten dazu in Beziehung zu setzen.
Landwirtschaft geht nicht nur Bauern und Bäuerinnen etwas an, sondern stellt ein zentrales gesellschaftliches Thema dar: Schließlich essen wir alle und stehen damit täglich in engster Verbindung mit dem, was in der (globalen) Landwirtschaft passiert. Die Mitbestimmungsrechte von ProduzentInnen und KonsumentInnen werden jedoch durch den Neoliberalismus und einen globalisierten Kapitalismus zunehmend bedroht und untergraben. Wir setzen uns daher für eine Demokratisierung des gesamten Lebensmittelsektors, entsprechend dem Konzept der Ernährungssouveränität ein (u.a. das Recht der Bevölkerung, ihre Ernährung und Landwirtschaft selbst zu bestimmen, das Recht auf gesunde, nachhaltig produzierte und gerecht verteilte Nahrung).
AgrarAttac versteht sich nicht als feste Organisation, sondern als offene Plattform und als loses Netzwerk von Menschen, die sich mit den beschriebenen Themen auseinandersetzen. AgrarAttac ist jederzeit offen für neue Mitwirkende. Wir sind ehrenamtliche AktivistInnen, von denen ein spürbarer Teil dem studentischen Milieu entstammt.
AgrarAttac möchte nicht nur Alternativen zum derzeitigen Lebensmittel- und Agrarsystem einfordern, sondern deren Schaffung tatkräftig unterstützen. Das Konzept der solidarischen Landwirtschaft zielt auf den Aufbau von regionalen Netzwerken, die gemeinsam die Verantwortung für die Versorgung mit ökologisch nachhaltigen, leistbaren und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln tragen. Dabei werden sowohl die Kosten und Risiken als auch die Erfolge von Konsumierenden und Produzierenden finanziell und organisatorisch auf Augenhöhe geteilt.
Erinmwionghae A. Clifford, geboren und aufgewachen in Benin-Stadt, Nigeria. Er studierte EDV an der University of Benin und engagierte sich u.a. als Vorsitzender der Saint Saviour Youth in Benin-Stadt (1999 bis 2011) in politischen und sozialen Fragen. Seit 2004 lebt und arbeitet er als professioneller Fotograf in Wien, wo er vor allem für die ansässige Black Community tätig ist. Er ist Aktivist beim Transnationalen Migrant_innenstreik 1. März und Mitglied beim Netzwerk Afrique-Europe Interact Wien, bei der Grünen Bildungswerkstatt Wien sowie bei VAS Österreich.
Geboren in Peru, studierte Hansel Sato Malerei und Grafik in Lima. Vor zehn Jahren kam Sato mit einem UNESCO-Aschenberg-Stipendium nach Österreich, wo er seinen Studienabschluss an der Akademie der bildenden Künste in Wien machte.
Sato beschäftigt sich insbesondere mit den Themen Transkulturalität, Migration und die Konstruktion des post-migrantischen Subjekts in Europa. Seine künstlerische Arbeit besteht aus gegenständlicher Malerei, politischen Comics und Zeichnungen. Vor einigen Jahren begann er, Kunst im öffentlichen Raum zu produzieren, die im Kontext von Postkolonialismus, historischem Gedächtnis und der Dekonstruktion von Geschlechterrollen steht.
Hansel Sato leitete Workshops, Seminare und Vorträge an der Akademie der bildenden Künste Wien, Alpen-Adria Universität in Klagenfurt, Universität Innsbruck, Academy of Fine Arts in Sofia, Zürcher Hochschule der Künste und Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg. Er hat mit verschiedenen Künstlergruppen in Lima und Wien gearbeitet und ist zur Zeit Mitglied der Wiener Gruppe "Latin Lobby". Zusammen mit Tom Waibel koordiniert er den interdisziplinären Universitätslehrgang für Höhere Lateinamerika Studien des Lateinamerika-Instituts in Wien.
www.sohoinottakring.at/blog/en/programm-2011/projekte/regendering-media
Die KünstlerInnen-Gruppe Kuserutzky Klan (Projektverantwortliche: Andrea Seidling, Peter A. Krobath) beschäftigt sich seit 2006 interaktiv, medienübergreifend, performativ und nicht ganz ohne Humor mit den Themen Verweigerung, Selbstermächtigung, soziale Gerechtigkeit sowie der Erfassung und Nutzung des urbanen öffentlichen Raums als Commons (urbane Commons).
Beispiele bisheriger Projekte:
Festival der Verweigerung (2006): Beim "Absageservice" wurden Arbeitssuchende aufgefordert, auf bedenkliche Stellenausschreibungen statt einer Bewerbung eine Absage zu schicken. Der "Sabotage-Beichtstuhl" für unredliches Verhalten am Arbeitsplatz stand "TäterInnen" offen – das Ergebnis erschien in Form des "Lexikons der Sabotage – Betrug, Verweigerung, Racheakte und Schabernack am Arbeitsplatz" (Sonderzahl Verlag).
Colonia Catering (2008): Der Klan thematisierte Konsumverweigerung und Überlebensmüll – inklusive Einschulungen in die Kunst des Dumpster Divings (Leben aus der Mülltonne) und anschließendem Bankett.
BettelAkademie (2010): Neben einem Psycho-Test für GeberInnen ("Welcher GeberInnen-Typ sind Sie?") beschäftigten sich die KünstlerInnen des Kuserutzky Klans mit Strategien und Techniken des Bettelns und ermittelten in einer Casting-Show die "Superbettlerin".
http://bettellobbywien.wordpress.com/2010/05/08/die-bettelakademie-in-soho-ottakring
CommonsWerkstatt (2012): Dem TINA-Slogan der Neoliberalen ("There is no alternative") setzte der Kuserutzky Klan den TAMA-Spruch entgegen: "There are many alternatives". Es gab einen "offenen Abend der Selbsthilfegruppe der anonymen Millionärinnen & Millionäre" sowie eine Präsentation urbaner Commons wie z.B. der Initiative StadtFruchtWien.
Wir, eine Gruppe antirassistischer und queer-feministischer Aktivist_innen, haben 2009 im zehnten Wiener Gemeindebezirk ein Haus gekauft, nachdem einige von uns Geld geerbt hatten – von Eltern bzw. Großeltern, die im Nationalsozialismus Täter_innen, Mitläufer_innen und/oder Profiteur_innen waren. Dieses Geld betrachten wir daher nicht als unseres, sondern als Geld, das wir umverteilen und "zurückgeben" möchten.
Derzeit ist das Haus in Besitz des Kulturvereins Planet 10 – geplant ist jedoch eine Rechtsform zu finden, die es ermöglicht, dass das Haus nicht einer natürlichen oder juristischen Person, sondern jenen Communitys und Aktivist_innen gehört, die das Haus betreiben.
Planet 10 ist ein Projekt zur Umverteilung von Privilegien (der Besitz von oder der Zugang zu Geld, Jobs, Wohnraum, Platz etc.) und zur kollektiv organisierten Nutzung und Gestaltung des Hauses. Die Räume sind für alle zugänglich: Zum Beispiel um etwas anzubieten, mit dem man Geld verdienen kann (etwa wenn man keinen Zugang zu Papieren oder Jobs hat), um gemeinsam mit anderen politisch zu denken und zu handeln, um der eigenen Community etwas zu präsentieren, um Dinge auszuprobieren, um Spaß zu haben!
Voraussetzung dafür ist, dass die Idee der Umverteilung tägliche Praxis bleibt. Daher bitten wir alle, die "auf dem Planeten" eine Veranstaltung organisieren oder den Planeten besuchen, etwas zurückzugeben: Sei es in Form von Geld oder benötigtem Material für das Haus, sei es in Form von Mitarbeit oder was immer euch einfällt. Es gibt keine fixen Miet- oder Nutzungspreise. Alles, was der Planet für laufende Zahlungen, Reparaturen, Renovierungen und Veranstaltungen braucht, soll über Umverteilung und Spenden abgedeckt werden. Ob das klappt, wissen wir noch nicht, aber wir wissen, dass wir es versuchen wollen.
Die Rosa Lila Villa ist Wiens Community-Zentrum für Lesben, Schwule und Trans*Personen. Vor dreißig Jahren aus der Hausbesetzer*innen-Bewegung hervorgegangen, sind heute in der "Villa" ein Wohnprojekt (Wohnverein Rosa Lila Villa), ein Beratungs- und Informationszentrum (Verein Türkis Rosa Lila Tipp) sowie ein Café-Restaurant (Verein Willendorf) unter einem Dach vereint.
Das Projekt und seine Aktivist*innen/Bewohner*innen verstehen sich als kritisches Gegengewicht zum "Gay Mainstream" und dessen assimilatorische Tendenzen – die Rosa Lila Villa bietet Raum für alternative Lebensentwürfe und formuliert politische Strategien im Kampf gegen Homo- und Transphobie. Bündnisse mit unterschiedlichen minorisierten Gruppen und die Bekämpfung verschiedenster Formen von Diskriminierung (z.B. Rassismus) sind ein wichtiger Bestandteil unserer politischen Praxis: Queers to watch out for!
Studium der Geschichte (1999–2004) und der Kunst (2004–2011) in Wien und Glasgow. Seit 2011 Master of Arts in Critical Studies an der Akademie der bildenden Künste Wien.
Tomash Schoiswohl ist im Feld der Kultur- und Geschichtsvermittlung aktiv. In seinen künstlerisch-politischen Arbeiten beschäftigt er sich mit Aspekten von Stadtgeschichte, Kunst im öffentlichen Raum sowie Geschichtstheorie. Ein Schwerpunkt liegt auf der Erforschung des Wiener Matzleinsdorferplatzes – als einen Aufhänger für politische Kritik und einen Ort für utopisches Denken. Im Rahmen seines Studienabschlusses verfasste Schoiswohl den Textbeitrag "Die große Geschichte des Wiener Matzleinsdorferplatzes". Unter dem Titel "Geschichtsbaustelle" beschäftigt er sich in einer theoretischen Auseinandersetzung mit konfrontativer Geschichtsarbeit.
Die thematische Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen im Raum und Öffentlichkeit war von Beginn an Teil der Praxis von trafo.K. Weitere inhaltliche Schwerpunkte sind u.a. zeitgenössische Kunst und Zeitgeschichte. Die Arbeitsweise in kollaborativen Prozessen ist für uns nicht nur Alltag, sondern Selbstverständnis. Wichtig für einige unserer Projekte ist auch ein Vermittlungsansatz, der die StadtbewohnerInnen unmittelbar miteinbezieht – denn eine Stadt und eine Straße sind mehr als das, was ArchitektInnen zeichnen, StadtplanerInnen festlegen und SoziologInnen erforschen. Bei all unseren Projekten beschäftigen wir uns auch mit Strategien der Visualisierung. Ziel ist, mediale und institutionelle Strukturen offenzulegen und eine Öffentlichkeit für Gegengeschichten und Gegenbilder herzustellen.
trafo.K sind Renate Höllwart, Elke Smodics-Kuscher und Nora Sternfeld.
Medieninhaber
Verein zur Förderung der Stadtbenutzung, Wien
(ZVR 493933385)
Stuwerstraße 25/5
1020 Wien
Grundlegende Richtung
Der Verein, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn gerichtet ist, bezweckt die Entwicklung und Förderung gesellschaftspolitischer und kultureller Handlungsräume – auch im Sinne einer Rückeroberung städtischen öffentlichen Raumes – für künstlerische, soziokulturelle und zivilgesellschaftliche Akteur_innen.
Gefördert aus Mitteln der Stadt Wien
Grüne Wienwoche
thegap.at, 21.02.2012
"Wienwoche": Von Musik im Waschsalon bis Messe für Arbeitslosigkeit
APA, 14.08.2012
Europa, ein Blick zurück
thegap.at, 07.09.2012
Fahrradtouren und Fesselspiele
Kurier, 08.09.2012
Die Stadt ist größer, als du denkst
MO, 11.09.2012
Wienwoche erstmals für Wiener
Der Standard, 12.09.2012
Her mit den Bildern!
Lambda Nachrichten, 18.09.2012
Empört euch a bisserl!
Falter, 19.09.2012
Wien ist anders?! Wien soll anders werden
Falter, 19.09.2012
Europa, ein Blick zurück
The Gap, 19.09.2012
Geben macht glücklich
Augustin, 20.09.2012
Wienwoche: Das Stadtfest der Grünen
wien.orf.at, 20.09.2012
Fake-Bettel-Inserat im "Augustin"
Wiener Zeitung, 20.09.2012
Rathaus: Aufregung um falschen Bettelbeauftragten
Heute, 21.09.2012
Der selbst ernannte Beauftragte
Kurier, 21.09.2012
Bettelaktion
Radio Wien, 21.09.2012
"Wienwoche" bietet in 17 Tagen mehr als 70 Events
Vienna Online, 21.09.2012
Alles neu macht der Herbst: Guerilla-Bars, Galerien, Feste und Swingpartys
Die Presse, 22.09.2012
Ärger nach "Bettel-Inseraten"
Österreich, 22.09.2012
WienWoche der Grünen startet heute
Österreich, 22.09.2012
Fake-Inserat und "Bettelbeauftragter" als Kunstprojekt
Wiener Zeitung, 22.09.2012
Sex-Skandal um schwer kranken TV-Star
Kronen Zeitung, 23.09.2012
Experten wollen Archiv der Migration
orf.at, 23.09.2012
Aufregung um Sex-Auftritt von Phettberg
Österreich, 23.09.2012
Bäumepflanzen und Performances im Bus
Die Presse, 24.09.2012
Rätsel um falschen Bettelbeauftragten gelöst
Heute, 24.09.2012
Live-Bondage mit Phettberg
news.at, 24.09.2012
Polit-Zoff um Hermes Phettbergs SM-Show
Österreich, 24.09.2012
Grundeinkommen für alle? VP attackiert Grüne: „Jenseitig“
Die Presse, 25.09.2012
Phettberg-Sadomaso in aller Öffentlichkeit
Österreich, 25.09.2012
Wir sind nicht vor den Vorhang getreten, um uns zu verneigen
akin, 26.09.2012
Geschichte der Zuwanderung: Aktivisten fordern Archiv der Migration
Die Presse, 26.09.2012
…LACHT: der Bettelbeauftragte
Falter, 26.09.2012
„Me sem andar e Austria“
Falter, 26.09.2012
Wienwoche der Grünen: Event in „Kulturverein“ löst Wirbel aus
Heute, 26.09.2012
Ist Phettberg-Show eine bezahlte Demo?
Österreich, 26.09.2012
Phettberg-Bondage versetzt Polizei in Alarmbereitschaft
Heute, 27.09.2012
Die Aufregung nicht wert
Kronen Zeitung, 28.09.2012
"Garten der Lüste": Phettberg gefesselt
Heute, 01.10.2012
Wirbel um Steuergeld für Sadomaso im Park
Kronen Zeitung, 01.10.2012
Songs gegen die Mistbürokratie
Augustin, 03.10.2012
Rumpeln und Rauschen im Waschsalon
Falter, 03.10.2012
"Geben macht glücklich"
an.schläge, 04.10.2012
Unter der Schirmherrschaft der Stadt
Augustin, 04.10.2012
Stadtbenutzungstipps für Asylwerber
Der Standard, 04.10.2012
Masochist und Moderator: Hermes Phettberg wird 60
Neue Vorarlberger Tageszeitung, 05.10.2012
Hermes Phettberg
OÖ Nachrichten, 05.10.2012
Der rote Faden
Zur Zeit, 06.10.2012
Sadomaso im Park
Kronen Zeitung, 07.10.2012
Hermes Phettberg: "Ich bin nicht mehr der, der ich einmal war"
APA-Journal, 10.10.2012
Masochist, Talkmaster, Sozialfall: Hermes Phettberg wird 60
APA-Journal, 10.10.2012
„Zeitpunkt jetzt nicht verpassen“
Wiener Zeitung, 10.10.2012
ÖSTERREICH-SPLITTER & COMMUNITY-NEWS
XTRA!, 12.10.2012
Rechte erbetteln im sozialen Wien
Augustin, 17.10.2012
Handbuch für Migranten
Die Furche, 18.10.2012